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Gefährliche Verwechslung / Bild : ORF
01.04.2005

Bärlauch kann tödliche Verwechslung auslösen

Das pikante Wildgemüse ähnelt den hochgiftigen Herbstzeitlose-Blättern, der Wildtulpe und dem Maiglöckchen. - Bei Vergiftung sind die ersten Symptome Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Typischer Geruch
Knoblauchduft liegt in der Luft: In den heimischen Auwäldern und in so mancher Küche, in der köstliche Gerichte mit dem gerade ausgetriebenen Bärlauch (Allium ursinum) zubereitet werden.

Immer wieder kommt es aber auch zu Verwechslungen des Wildgemüses mit anderen Pflanzen, die auch einen tödlichen Ausgang nehmen können.

Eine starke Ähnlichkeit hat der "wilde Knoblauch" vor allem mit der Herbstzeitlose und dem Maiglöckchen.

Die Unterscheidung
Die Blätter des Bärlauch treiben einzeln aus dem Boden und sind deutlich in eine lanzettähnliche Blattfläche und einen dünnen Blattstiel gegliedert. Der Saft riecht stark nach Knoblauch.

Die Blätter der giftigen Herbstzeitlose sehen hingegen ganz anders aus: Sie sind schmal länglich-lanzettlich und sitzen ohne Blattstiel an dem im Boden bleibenden Stängel.

Anders als beim Bärlauch treiben die Blätter in Büscheln aus dem Erdboden aus, wobei die jüngeren von den älteren umgriffen werden. Der Saft der Herbstzeitlose ist geruchlos. Bei der Geruchsprobe empfiehlt sich jedoch Vorsicht. Hat man zuvor schon Bärlauch gesammelt, könnte der auf den Händen klebende Saft bei einer Geruchsüberprüfung einen Knoblauch-Duft der Herbstzeitlose-Blätter vortäuschen.

Drei bis vier Blätter der Herbstzeitlose zu essen, kann bereits genügen, um den Tod herbeizuführen. Dabei wirkt das in ihr enthaltene Zellgift - Colchicin - erst nach mehreren Stunden.

Erste Vergiftungserscheinungen treten in Form von Übelkeit und Erbrechen auf, es folgen Durchfälle, Darm-, Blut- und Knochenmarkzellen werden zerstört, was nach etwa zwei Tagen zum Tod führen kann.

Maiglöckchenblätter-Vergiftung eher selten
Verwechslungen mit dem Maiglöckchen (Convallaria majalis) haben zum Glück meist nicht so gravierende Folgen: Lebensgefährliche Vergiftungen sind selten.

Die Blattspreiten des Maiglöckchens sind an ihrer Unterseite hellgrün glänzend. Bärlauchblätter sind hingegen ober- und unterseitig mattgrün. Wie bei der Herbstzeitlose riechen auch die Maiglöckchenblätter nicht nach Knoblauch - höchstens die Hände der Sammler.

Gefährliche Tulpe
Die Blätter der giftigen Garten-Tulpe (Tulipa-Hybriden), die gelegentlich verwildert, könnten hingegen eine tödliche Verwechslung mit sich ziehen.

Sie bildet, wenn sie nicht zur Blüte gelangt, nur ein einzelnes Blatt aus, das dem des Bärlauches ähnlich ist.

Wer Bärlauch im Garten kultiviert, sollte daher darauf achten, nicht versehentlich Tulpenblätter mit zu ernten.

Das Tulpenblatt ist wie der Bärlauch in eine lanzettliche Blattspreite und einen dünnen Blattstiel gegliedert.

Schon 15 Minuten nach der Einnahme kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen.
Information und Notfall
Wenn man noch nie Bärlauch gesammelt hat, so soll man sich die Pflanze mit all ihren Merkmalen von jemandem zeigen lassen, der sie gut kennt.

Für Zweifels- und Notfälle steht die Wiener Vergiftungsinformationszentrale mit Rat kostenlos zur Seite. Sie ist rund um die Uhr unter 01/406 43 43 0 erreichbar.

Umfangreiche Informationen gibt es auch auf der Homepage des Joanneum unter "Botanik-News".

Am Botanischen Garten der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien haben die Wissenschafter ein eigenes Beet angelegt, in dem der Besucher die Arten Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose unterscheiden lernen kann. Kostenlose Gartenführungen für Gruppen werden jeweils Dienstag und Donnerstag von 9.00 bis 10.30 und von 11.00 bis 12.30 angeboten.

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