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ÖNORM regelt die Betriebskostenabrechnung / Bild: ORF
07.04.2005

Betriebskostenabrechnung richtig "deuten" und kontrollieren

Spätestens bis Ende Juni müssen Hausverwaltungen den Mietern oder Eigentümern die Abrechnung der Betriebskosten 2004 vorlegen - nicht selten Anlass für Streit oder Missverständnisse, obwohl es klare Normvorgaben gibt.


In der ÖNORM A 4000 ("Abrechnung von Bewirtschaftungskosten von Gebäuden mit Miet- und Eigentumsobjekten") wird die übersichtliche und klar strukturierte Aufstellung der Ausgaben und Einnahmen von Gebäuden geregelt.

Für wen gilt die Norm?
Zu den Abrechnungen, die in dieser Norm festgelegt sind, gehören laut Österreichischem Normungsinstitut: "Betriebskosten, Kosten für gemeinsame Anlagen, Erhaltung und Verbesserung sowie sonstige Aufwendungen für Gebäude, die mindestens drei Nutzungsobjekte aufweisen und von denen wenigstens eines den Abrechnungsvorschriften des Mietrechts-Gesetzes, des Wohnungsgemeinnützigkeits-Gesetzes oder des Wohnungseigentums-Gesetzes 2002 unterliegt."

Drei Fassungen vorgeschrieben
Die Abrechnung ist in drei Teile gegliedert: eine Belegsammlung, eine Langfassung und einer Kurzfassung.

Die Belegsammlung ist laut ÖNORM A 4000 "die vollständige Sammlung aller der Abrechnung zugrunde liegenden Belege, die in übersichtlicher und nachprüfbarer Weise zusammengestellt ist, so dass sie den Sachgruppen eindeutig zugeordnet werden können".

Die Langfassung enthält eine übersichtliche Aufstellung der zugeordneten Kosten und Einnahmen. Dabei sind jeweils Empfänger und Zweck der Zahlung anzuführen und die Rechenschritte darzustellen, die zum Saldo in der Kurzfassung geführt haben.

Die Kurzfassung liefert eine Übersicht über die Abrechnung sowie eine nach Sachgruppen geordnete Aufstellung der summierten Kosten (vermindert um allfällige Einnahmen). Sie muss außerdem Aufschluss über den Anteil geben, der sich für das jeweilige Nutzungsobjekt ergibt. Weiters enthält die Kurzfassung eine Gegenüberstellung der vorgeschriebenen oder bereits beglichenen Zahlungen.

Recht auf Einsicht der Abrechnung
Die Betriebskostenabrechnung ist laut Gesetz bis spätestens Ende Juni im Haus (beim Hausbesorger oder an einer anderen geeigneten Stelle) zur Einsicht aufzulegen.

Außerdem ist in geeigneter Weise, z.B. in den Räumen der Hausverwaltung zu normalen Öffnungszeiten, die Belegeinsicht zu ermöglichen. Verlangt der Mieter Kopien der Belege, müssen diese auf seine Kosten auch zur Verfügung gestellt werden.

externen Link öffnenAK: Der Betriebkostenkatalog nach dem Mietrechtsgesetz

Heizkostenabrechnung
In die Betriebskostenabrechnung kann auch die Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten nach ÖNORM M 5930 integriert werden. Diese Norm enthält Richtlinien für die Aufteilung und Verrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten für zentrale Wärmeversorgungsanlagen.

Voraussetzung für die verbrauchsabhängige Abrechnung ist, dass alle Wohnungen oder Geschäftsräume mit Erfassungsgeräten ausgestattet sind und die Mieter bzw. Eigentümer den Wärmeverbrauch selbst regeln können.

Die Ablesung der entsprechenden Zähler muss mindestens 14 Tage vor dem Termin am "Schwarzen Brett" im Stiegenhaus angekündigt werden.

Die komplette ÖNORM A 4000 zur Betriebskostenabrechnung kann kostenpflichtig beim Österreichischen Normungsinstitut bezogen werden.

Direkt beim Normungsinstitut können interessierte Konsumenten die entsprechenden Unterlagen auch kostenlos einsehen

Österreichisches Normungsinstitut
Heinestraße 38
1020 Wien
E-Mail: sales@on-norm.at
Tel.: 01 / 213 00 - 805
Fax: 01 / 213 00 - 815

externen Link öffnenÖsterreichisches Normungsinstitut (Startseite)

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