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Wie man "unnötige" Kehrgebühren beendet / Bild: ORF
18.02.2006

Rauchfangkehrergebühren für unbenutzten Kamin

Wer einen Kamin im Haus hat, muss diesen vom Rauchfangkehrer laut Gesetz auch kehren lassen. Wird der Kamin allerdings nicht mehr benutzt, gibt es mitunter Möglichkeiten, den Rauchfangkehrer "abzubestellen".


Rauchfangkehrer-Jahresabrechnungen sorgen immer wieder für Ärger – unter anderem, weil die verrechneten Gebühren für Normalverbraucher nicht nachvollziehbar sind. Besonders ärgerlich wird es aber, wenn man solche Gebühren regelmäßig bezahlen muss, obwohl man in seinem Haus gar keinen Rauchfang mehr in Verwendung hat.

Unnötige Kehrgebühren
Herr F. hat beispielsweise in seinem Haus am Stadtrand von Wien einen fix eingebauten, gemauerten Ofen – ähnlich wie ein Kachelofen. Dieser wird aber nie verwendet, weil das Haus durch die Heizanlage im Nachbarhaus seines Bruders beheizt wird.

Trotzdem, ärgert sich Herr F., muss er jährlich rund 46 Euro Rauchfangkehrergebühr bezahlen, "dafür, dass der Rauchfangkehrer zwei mal im Jahr in den Kamin unten rein schaut um festzustellen: Ja, passt eh alles. Danke – auf wiederschau'n".

Zu kehren gibt es - da ja kein Kamin benutzt wird - natürlich nichts.

Abmelden mit Hindernissen
Ende des vergangenen Jahres fragte Herr F. beim Rauchfangkehrer nach, was er gegen diese unnötige Geldvernichtung tun könne. Man habe ihm erklärt, Abmelden ginge nur, wenn er den Ofen abmauern würde.

Immerhin könnte er ja sonst "heimlich" weiter heizen, wurde Herrn F. nach eigenen Angaben erklärt. Seinen Ofen zerstören, um beweisen zu können, dass er nicht mehr heizt, wollte er aber nicht.

Öffnung "Verschließen" reicht
So wandte er sich an HELP und uns versicherte die Landesinnung Wien der Rauchfangkehrer in einem Schreiben, dass man zum Abbestellen der Rauchfangkehrerdienste einen Ofen keineswegs zerstören oder abtragen müsse.

Es müssen jedoch, "... gemäß Wiener Feuerpolizei- und Luftreinhaltegesetz die Anschluss-Stellen mindestens mit nicht brennbaren Abschlüssen verschlossen sein", so die Erklärung der Innung

Das heißt: Bei normalen Öfen reicht ein um ein paar Euro erhältlicher spezieller Blechdeckel für die Kaminöffnung. Bei gemauerten Öfen, wo man zu diesen Öffnungen nicht dazu käme, müsste man laut Innung eben die Ofentüren dauerhaft mit Nieten verschließen oder zuschweißen.

Alles nur ein Irrtum
Der Rauchfangkehrer von Herrn F., der das Abbestellen seiner Dienste mit übertriebenen Auflagen verknüpft haben soll, erklärte auf eine HELP-Anfrage, das Ganze müsse ein Missverständnis sein. Herr F. brauche ihm nur mitteilen, dass der Kamin nicht benutzt würde, und damit könne man seinem Wunsch nachkommen.

Selbstverständlich müsse man nichts abmauern und er würde auch nichts zuschweißen oder zunieten, betonte er HELP gegenüber.

Unterschiedliche Regeln in den Bundesländern
Ob und wie man nicht benutzte Kamine von unnötigen Rauchfangkehrerdiensten abmelden kann ist übrigens von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. So reicht beispielsweise in Oberösterreich eine schriftliche Meldung des Hauseigentümers an den zuständigen Rauchfangkehrer.

In jedem Fall wäre es sinnvoll bei der jeweiligen Landesinnung nachzufragen. Dort erfährt man übrigens auch die Bedingungen für einen Rauchfangkehrerwechsel. Laut Gewerbeordnung aus dem Jahr 1994 gibt es nämlich in dieser Branche keinen so genannten Gebietsschutz mehr und Hausbesitzer können einen Rauchfangkehrer ihrer Wahl zumindest aus dem Kehrbezirk wählen.

externen Link öffnenRauchfangkehrer-Bundesinnung

externen Link öffnenLandesinnungen

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Artikel lesenRauchfangkehrer müssen Gebühren genau aufschlüsseln (01.02.2006)

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