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24.02.2007

"Unfaire" Ananas

Frische Ananas , die auch in Österreich immer beliebter werden, kommen meist aus Mittelamerika, Hauptlieferant ist Costa Rica. Auf den großen Ananasplantagen hat das Schweizer Konsumentenmagazin "Kassensturz" die bittere Seite der süßen Früchte vorgefunden: Ausbeutung, gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen und Umweltzerstörung.


Rückstände der vielen Pestizide finden sich dann natürlich auch in den Früchten, wie bei einer Untersuchung im Auftrag des Welsch-Schweizer Konsumentenmagazins "A bon Entendeur" nachgewiesen wurde.

Steigender Konsum
Nicht nur in der Schweiz, auch in Österreich werden heute drei Mal mehr frische Ananas gegessen, als vor zehn Jahren, der pro Kopf-Verbrauch ist von einem halben Kilo im Jahr 1996 auf 1 1/2 Kilogramm im Jahr 2006 gestiegen. In Summe sind das hier zu Lande mehr als zwölf Millionen Kilogramm Ananas pro Jahr.

Harte Arbeitsbedingungen
Costa Rica, der Hauptlieferant für Ananas hat binnen weniger Jahre seine Anbauflächen verdoppelt. Einerseits sind die Plantagenarbeiter natürlich froh, dass durch den Boom der süßen Früchte in Europa so viele neue Arbeitsplätze in Mittelamerika geschaffen wurden. Andererseits beklagen sie aber auch die harten und gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen.

Ausbeutung ist an der Tagesordnung und Pestizide werden in großen Mengen versprüht. Ein Plantagenarbeiter erzählt im Schweizer Konsumentenmagazin "Kassensturz", dass die Arbeiter vor allem die chemischen Mittel stören, die den ganzen Tag versprüht werden, sogar wenn die Arbeiter essen. Man wisse nie genau, was das für Mittel seien,ob sie gefährlich seien oder nicht. Auf jeden Fall nehme sie der Körper auf.

Vergiftungen
Francois Meienberg, Mitarbeiter einer Menschenrechts- und Umweltorganisation erzählt von besorgniserregenden Symptomen, Krebserkrankungen und Todesfällen bei den Plantagenarbeitern. Das könne mit kleinen Vergiftungen anfangen, die Fingernägel fallen ab, es gehe einem schlecht und das reiche bis zu Vergiftungen, wo es vielleicht Frühgeburten gebe, Krebs und auch Todesfälle.

Intensive Schädlingsbekämpfung
Pestizide begleiten den gesamten Wachstumszyklus einer Ananas. Es beginnt bei den Schösslingen, die vor dem Aussetzen in ein Insektizidbad getaucht werden und endet nach der Ernte, wenn die Erde für die nächsten Pflanzen vorbereitet wird. Es überrascht daher nicht, dass Rückstände dieser Schädlingsbekämpfungsmittel auch in den Früchten nachgewiesen werden können.

Pestizidrückstände
Das Kantonslabor Genf hat im Auftrag des Welsch-Schweizer Konsumentenmagazins "A Bon Entendeur" 14 frische Ananas auf Pestizid- und Cadmiumrückstände untersucht. Cadmium deshalb, weil es für Ananas aus Kenia im Juni des Vorjahres wegen zu hoher Belastungen eine EU-weite Warnung gegeben hatte.

Das Schwermetall wurde jetzt in vier Ananas nachgewiesen – als bedenklich wurde aber nur ein Wert eingestuft, der ganz knapp unter dem Grenzwert blieb. Weitaus mehr Treffer gab es bei den Pestiziden. Verschiedenste Pestizid-Mischungen waren in fast allen Ananas nachzuweisen. Nur zwei Früchte – aus Benin und von der Elfenbeinküste waren giftfrei, bei zehn Proben blieb der Pestizid-Cocktail unter den gesetzlichen Toleranzwerten. Zwei Ananas waren wegen zu hoher Pestizid-Belastungen zu beanstanden.

Keine Vergleichswerte
Für Ananas, die in Österreich verkauft werden, gibt es leider keine Vergleichswerte. Laut Auskunft der Agentur für Ernährungssicherheit sind die Früchte nicht im Untersuchungsplan des Gesundheitsministeriums enthalten in dem vorgegeben wird, was, wann und wie oft zu untersuchen ist.

externen Link öffnenKassensturz

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Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

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