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11.11.2008

AK: Vorsicht bei Einkaufsgemeinschaft Lyoness

60.000 Österreicher sind derzeit bei Lyoness registriert. Die Geschäftsidee: Wer mit einer eigens ausgestellten "Cashback-Card" bei Lyoness-Partnerunternehmen bezahlt, bekommt ein oder zwei Prozent der Einkaufssumme gutgeschrieben. Die steirische Arbeiterkammer aber rät zur Vorsicht bei der Einkaufsgemeinschaft.

Mitglieder profitieren kaum
Skeptisch zeigt sich die Arbeiterkammer vor allem bezüglich der von Lyoness versprochenen Gewinne. Karteninhabern wird dabei eine Vergütung in der Höhe von 450 Euro in Aussicht gestellt. Um diese Vergütung tatsächlich zu bekommen, müsste nach Berechnungen der AK ein Kunde zusammen mit den von ihm geworbenen Freunden um rund 50.000 Euro einkaufen.

Mängel im Geschäftssystem
Mängel haben die Konsumentenschützer auch im Lyoness-Geschäftssystem festgestellt: So könne bei großen Handelsketten, die als Partnerunternehmen fungieren, nur mit vorher erworbenen Gutscheinen, nicht jedoch mit der Kundenkarte bezahlt werden. Das Risiko für die Zusendung der meist befristeten Gutscheine trägt das Lyoness-Mitglied selbst.

Unklare Angaben
Weitere Kritikpunkte betreffen den mangelhaften Datenschutz, unklare Angaben über die Verrechnung eines nicht näher definierten Aufwandersatzes und irreführende Bezeichnungen wie "Sofortvergütung": Tatsächlich wird der Bonus erst überwiesen, wenn man einen Betrag von zehn Euro gesammelt hat. Das System sei auch nicht "kostenlos", so die AK. Bei jeder Transaktion erhält Lyoness eine Manipulationsgebühr von einem Prozent.

Unternehmen wehrt sich
Die Lyoness Holding Europe AG hat die erhobenen Vorwürfe in einer Aussendung zurückgewiesen. Kunden würden für jeden Einkauf bei Partnerunternehmen ein bis zwei Prozent des Einkaufsvolumens nachweislich als Sofortvergütung auf ihr Konto rückerstattet bekommen. Es handle sich dabei um Rückvergütungen und nicht um Gewinne, heißt es.

Dass Gutscheine auf eigene Gefahr übermittelt werden, sei in der Geschäftswelt üblich. Zudem würden Unternehmen Gutscheine generell nicht in bar ablösen, was nicht in der Entscheidungsgewalt von Lyoness liege. Die Gutscheine hätten zudem kein Ablaufdatum.

Die verrechnete Manipulationsgebühr von einem Prozent komme, wie die Rückvergütungen, aus der Handelsspanne, die mit dem jeweiligen Partnerunternehmen vereinbart sei.

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