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Preis für nervende Geräte / Bild: Frustikus
31.10.2009

Preis für nervende Geräte

Haben Sie schon einmal frustriert aufgegeben beim Versuch ein ganz alltägliches Gerät, wie ein Mobiltelefon oder einen Videorekorder zu programmieren? Haben Sie sich schon einmal darüber geärgert, dass etwa Fahrkartenautomaten nicht so funktionieren wie sie sollten? Begegnen Ihnen täglich Produkte, die kaum oder nur schrecklich umständlich zu bedienen sind?


Solche benutzerfeindliche Erzeugnisse kann man nun öffentlich auf einer Homepage für den "Frustikus", ein Preis der heuer das erste Mal verliehen wird, anprangern.

Es liegt nicht immer am Benutzer
Auf der Homepage Frustikus können Konsumenten Produkte vorstellen, die zwar funktionieren - also kein Fall für Gewährleistungen sind - aber dennoch in der Anwendung gehörig den Nerv töten können, so Jörg Linder vom Verein "Berufsverband der deutschsprachigen Usability Professionals" – der Experten für Anwendungstechniken - und Initiator des Frustikus.

"Die Idee, die dahintersteht ist, dass man Konsumenten klar macht, dass es nicht immer am Benutzer liegt, wenn etwas nicht funktioniert, sondern , dass es ist den meisten Fällen an den Geräten selber liegt, die schlecht designt sind."

Verärgerte Konsumenten können - mit Namen oder anonym - aus vier Kategorien auswählen, wenn sie ihre Produkterfahrungen kundmachen wollen:

"Es gibt eine Kategorie für Geräte, eine Kategorie für Software, alles was am Computer läuft, eine Kategorie für Prozesse aller Art, zum Beispiel auch Kundenserviceprozesse und eine Kategorie für Websides, die natürlich auch immer ein Problem darstellen und schlecht bedienbar sind."

Babyfon mit Rückkopplung
So finden sich auf der Homepage bereits zahlreiche Einträge: Zum Beispiel wie mühsam es ist, sich beim ÖBB-Fahrkartenautomaten ein Ticket zu kaufen, dass manche Laptops zwar über zwei USB-Anschlüsse verfügen, die allerdings so knapp nebeneinander liegen, dass in den meisten Fällen keine zwei Geräte gleichzeitig eingesteckt werden können und, so Frustikus-Mitinitiator Tom Haberfellner weiter:

"Vor kurzem war ein Auto, das anstatt des Blinkers auf der linken Seite die Automatikschaltung hatte. Ganz was eigenartiges und sehr überraschend, wenn man das nicht gewohnt ist."

Für Überraschungen sorgt auch das Mobilteil eines Babyfons, welches zwar über ein Licht verfügt, um im Dunklen den Weg zum schlafenden Kind zu finden, aber dieses auch durch eine Rückkopplung mit der Sendestation sofort aufweckt, wie ein User Namens Markus gepostet hat.

Preisträger hat wenig Freude
Die einzelnen Einträge können von den Usern kommentiert und mit Sternen bewertet werden. Eine Jury aus Mitgliedern des Instituts für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der Technischen Universität Wien und des "Usability-Vereins" wird dann aus allen Einträgen erstmals am 12. November die Preisträger für den "Frustikus" prämieren.

Dass die künftigen Preisträger wenig Freude mit der Auszeichnung haben werden, weiß Tom Haberfellner, aber, erklärt er weiter:

"Wir bieten den Firmen, die diesen Preis gewinnen und sich ihn tatsächlich abholen, ein Forum, in dem sie zeigen können, dass sie auch sehr bewusst mit der Thematik umgehen. Das heißt, einerseits kann man gemeinsam schauen, welche Lösungen wären tatsächlich kostengünstig möglich und die Firma kann auch nach außen transportieren, dass sie sich um die Kunden bemüht und schaut dass sie gute Produkte, gute Sachen macht."

externen Link öffnenFrustikus - Der Preis für Unbenutzbarkeit

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