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10.09.2010

Immer mehr Lebensmittelwarnungen in der EU

Im Jahr 2009 wurden insgesamt fast 8000 Meldungen im Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) verzeichnet. Das entspricht einem Zuwachs von 12 Prozent gegenüber 2008 und stellt einen neuen Höchstwert dar, heißt es von der EU-Kommission.


Diese Rekordzahl sei darauf zurückzuführen, dass RASFF-Mitglieder verstärkt Nachfolgemeldungen versandt hätten, auch für weniger dringende Probleme. Warnmeldungen vor ernsthaften Gefahren durch Produkte, die bereits auf dem Markt waren, gab es laut Kommissions-Aussendung 557. Dies sei ein geringfügiger Zuwachs gegenüber 2008.

Bereitschaft zur Zusammenarbeit
John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucher, erklärte: "Die große Zahl der RASFF–Meldungen zeigt deutlich, dass die Mitgliedstaaten bereit sind, über ihre Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten, um das hohe Niveau an Lebensmittelsicherheit in der EU weiterhin zu gewährleisten. Aus den Zahlen kann man außerdem ablesen, dass die Mitgliedstaaten verstärkt Nachfolgemeldungen übermitteln und damit andere Länder, einschließlich Drittländer, in die Lage versetzen, zum Schutz ihrer Verbraucher schnellstmöglich tätig zu werden."

Warnung, Information und Zurückweisung
Laut RASFF-Bericht gingen 2009 insgesamt 557 Warnmeldungen und 1191 Informationsmeldungen ein, und es kam zu 1456 Zurückweisungen an der Grenze. Warnmeldungen werden gesendet, wenn die Lebens- bzw. Futtermittel, von denen eine Gefahr ausgeht, bereits auf dem Markt sind und Sofortmaßnahmen erforderlich sind.

Zwei Drittel der Warnmeldungen betrafen Erzeugnisse mit Ursprung in der EU, und die meisten Probleme wurden bei Kontrollen auf dem Markt festgestellt. Die häufigsten Gefahren waren krankheitserregende Mikroorganismen, Allergene, Schwermetalle und Mykotoxine.

Informationsmeldungen werden versandt, wenn eine Gefährdung festgestellt wurde, jedoch kein sofortiges Handeln der anderen Mitgliedstaaten notwendig ist, entweder weil das Erzeugnis noch nicht oder nicht mehr auf ihrem Markt ist oder weil es lediglich eine geringfügige Gefahr darstellt. Die am häufigsten in dieser Kategorie gemeldeten Risiken waren krankheitserregende Mikroorganismen, nicht zugelassene gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel, Schwermetalle und Pestizidrückstände.

Meldungen über Zurückweisungen an der Grenze betreffen Erzeugnisse, die nicht in die EU eingeführt werden durften und stattdessen weitergeleitet oder zerstört wurden. In 38 % dieser Fälle wurde die Einfuhr der Erzeugnisse wegen zu hoher Mykotoxinkonzentration verweigert.

Meldungen rund um die Uhr
Über das RASFF-System können Mitgliedstaaten und Kommission schnell Informationen austauschen, wenn in der Lebens- und Futtermittelkette eine Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung festgestellt wird. Alle RASFF-Mitglieder (EU-27, Europäische Kommission, EFSA, ESA sowie Norwegen, Liechtenstein, Island und die Schweiz) gewährleisten rund um die Uhr, dass dringende Meldungen unverzüglich verschickt, empfangen und umgesetzt werden können.

Sicherheit von Einfuhren
Mehr als vier von zehn Meldungen im Jahr 2009 betrafen Erzeugnisse, die an der Grenze der EU abgewiesen wurden, da sie ein Risiko für die Lebensmittelsicherheit darstellten. Wird ein solches Erzeugnis entdeckt, so wird das betreffende Drittland über das RASFF davon informiert, damit sich das Problem nicht wiederholt.

Bei schwerwiegenden und anhaltenden Problemen fordert die Kommission die Behörden des betreffenden Drittlandes schriftlich auf, Abhilfemaßnahmen zu ergreifen, beispielsweise Unternehmen von der Liste zugelassener Betriebe zu streichen, Ausfuhren zu unterbinden oder Kontrollen zu verschärfen.

externen Link öffnenRASFF - Rapid Alert System for Food and Feed

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