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18.09.2010

Kein Geld retour für nicht benützte Bahnkarten

Hat man sich eine Bahnkarte gekauft, kann dann aber die Fahrt nicht antreten, kann man sich den Ticketpreis zurückerstatten lassen. Das ist freilich an für Bahnkunden nicht immer gerade leicht nachvollziehbare Bedingungen geknüpft.

Zug hatte enorme Verspätung
Richard K. wohnt etwa 35 Kilometer von Wels entfernt und musste am 21. Juni zu einem Begräbnis nach Wien fahren.

"Das war relativ bald am Morgen, es war auch ein Montag, ich hab gedacht, ich wähle die ÖBB um diesen emotionalen Termin eigentlich gelassen entgegenzusehen."

Weshalb sich Herr K. schon Tage vor dem Fahrtantritt eine Hin – und Rückfahrkarte besorgt hatte. Als er am frühen Morgen, um vier Uhr 45 am Bahnhof ankam,…

"...hab ich schon gemerkt, da stimmt was nicht, waren auch viele Leute da. Ein Blick auf die Anzeigentafel hat es erklärt – die Züge, die da kommen sollten hatten alle enorme Verspätung, also weit über einer Stunde. Ich hab dann eine Zeit gewartet und aus diesen 60 Minuten anfänglich wurden dann 80 Minuten. "

Da zu diesem Zeitpunkt kein Schalterpersonal anwesend war und Herr K. deshalb keinerlei detaillierte Informationen, wann er voraussichtlich in Wien sein würde, bekam, entschloss er sich, um ja rechtzeitig beim Begräbnis zu sein, doch mit dem Auto zu fahren.

Kann nur am Fahrtantrittsbahnhof vorgenommen werden
Drei Wochen später stellte Herrn Ks Frau am Linzer Bahnhof einen Antrag auf Erstattung der nicht benutzten Fahrkarte. Die ÖBB-Mitarbeiterin prüft die Angaben und, erzählt Richard K...

"... hat gesehen – enorme Verspätung – damit wäre für den Antrag das OK da."

Doch dem Antrag wurde von den ÖBB nicht sattgegeben. Mit der Begründung, dass die Bestätigung einer Ticket-Nichtbenutzung nur am Fahrtantrittsbahnhof vorgenommen werden muss und der Antrag außerdem auch zu spät gestellt worden war.

Dass Richard K., als er die geplante Fahrt nicht angetreten hatte, sich das am Welser Bahnhof nicht hatte bestätigen lassen können, weil dort um 4.45 Uhr früh kein Schalter besetzt ist, ist für die ÖBB nicht von Belang.

Sechs Tage lang Zeit gehabt
Auch in einer ÖBB-Stellungnahme an "help" steht nämlich, dass der "Fahrschein für die Hinfahrt von 21. Juni bis 26. Juni gültig war", was auch auf dem Fahrschein aufgedruckt ist und innerhalb dieser Zeitspanne hätten Herr K. oder seine Frau die "Bescheinigung am Bahnhof holen und den Fahrschein zur Erstattung einreichen können - also nicht nur am Reisetag selbst um 4.45 Uhr."

Da man aber davon ausgehe, dass Herr K. "aufgrund der für ihn persönlich sehr belastenden Situation die Einreichfrist für die Erstattung übersehen hat", heißt es abschließend in der ÖBB-Stellungnahme, habe man ihm die 40 Euro nun doch refundiert.

Gültigkeitsdauer ist unterschiedlich
AK- Verkehrsexpertin Doris Unfried macht darauf aufmerksam, dass die Gültigkeitsdauer von ÖBB-Tickets je nach Entfernung unterschiedlich ist:

"Das heißt, bei einer Hin-und Rückfahrt für eine Strecke, die länger als 101 Kilometer ist, darauf zu achten, dass die Hinfahrt für sechs Tage gilt und die Rückfahrtmöglichkeit für ein Monat."

Bei einer einfachen Fahrt auf einer Strecke, die länger als 101 Kilometer ist, hat man auch eine Sechs-Tage-Frist, bei einer kürzeren Strecke muss die Reise am Tag des Ticketdatums erfolgen. Dass der Nachweis einer Ticket-Nichtbenutzung nur am Fahrtantrittsbahnhof bestätigt wird, damit müssen sich ÖBB-Kunden abfinden, aber, so Doris Unfried abschließend:

"Wenn in einer Stadt mehrere Bahnhöfe existieren, dann ist es schon so, dass es nicht unbedingt der Fahrtantrittsbahnhof sein muss, sondern jeder Bahnhof in dieser Stadt, von der man aus die Fahrt angetreten hätte."

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