Logo Arbeiterkammer
Hauptnavigation weiter zur Übersicht aller aktuellen Tests nützliche Links und hilfreiche Adressen zur Startseite
zur Übersicht aktueller News
AK: Rechte für Kreditnehmer nachbessern / Bild: APA
22.09.2010

AK: Rechte für Kreditnehmer nachbessern

Auf den ersten Blick ein gutes Kreditangebot – doch letztendlich teuer. Kreditangebote der Banken waren für die Konsumenten nicht vergleichbar. Seit Juni 2010 gibt es nun für Konsumenten bei Neukrediten mehr Klarheit: ein Musterangebot mit allen wichtigen Informationen, im effektiven Zinssatz müssen alle Kosten berücksichtigt werden und ein neu eingeführtes Rücktrittsrecht. "Die Kreditnehmer haben nun mehr Rechte", sagen die Konsumentenschützer. "Dennoch sind Verbesserungen nötig, etwa eine Ausdehnung des Rücktrittsrechtes auf Hypothekarkredite und alle Leasingverträge."

Musteroffert des Angebotes und mehr Klarheit beim Zinssatz
Die Arbeiterkammer hat durchgesetzt, dass Banken nun den Kunden ein Musteroffert mit allen maßgeblichen Konditionen des Kreditangebotes geben müssen. Der Kunde kann dadurch Anbote vergleichen. Positiv ist, dass Finanzierungsleasingverträge einen Effektivzinssatz aufweisen müssen. Damit können Kredit- mit Leasingofferten verglichen werden.

Ein weiterer Erfolg: mehr Klarheit beim effektiven Zinssatz. Beim effektiven Zinssatz müssen alle Kosten rechnerisch berücksichtigt werden. Das war nicht selbstverständlich: Die alte gesetzliche Regelung bot den Banken einige Schlupflöcher, etwa blieben Spesen für das Kreditkonto sowie die Kreditvertragsgebühr aus der Berechnung draußen.

Nachbesserungen
Bei der Kreditrestschuldversicherung wollen die Konsumentenschützer Nachbesserungen. Die Banken verlangen sie fast immer und machen sie somit zum zwingenden Bestandteil des Vertrages. Aber: Es ist keineswegs selbstverständlich, dass die anfallenden Prämien auch im Effektivzinssatz berücksichtigt werden. Das zeigen Kredittests und sagen Ratsuchende in der Konsumentenberatung. Daher müssten auch Kreditrestschuldversicherungen, die von den Banken verlangt würden, in den Gesamtkosten abgebildet und im effektiven Zinssatz enthalten sein.

Nur falls der Abschluss einer solchen Versicherung keine Voraussetzung für das Zustandekommen des Kreditvertrages zu den vorgesehenen Bedingungen ist, sondern die Versicherung freiwillig abgeschlossen wird, dürfte die Versicherungsprämie im Effektivzins unberücksichtigt bleiben. Die Beweislast für den freiwilligen Vertragsabschluss sollte beim Kreditgeber liegen und im Gesetz verankert sein.

Rücktrittsrecht soll ausgedehnt werden
Es gibt ein neues 14-tägiges Rücktrittsrecht für Kreditverträge ab Vertragsabschluss – ohne Angabe von Gründen. Das Rücktrittsrecht soll auch auf alle Leasingverträge und Hypothekarkredite ausgedehnt werden, verlangt die AK. Verzweifelte Konsumenten suchen oft in der Not einen Kreditvermittler auf und unterschreiben unbedacht einen Kreditvermittlungsvertrag.

An den Kreditvermittlungsvertrag sind sie vier Wochen gebunden – ohne Rücktritt. Die Konsumentenschützer fordern bei Kreditvermittlungsverträgen ebenfalls ein kostenfreies Rücktrittsrecht innerhalb von 14 Tagen. Das würde einigen Kunden viel Geld für Stornoprovisionen ersparen. Etliche Kreditvermittler verlangen fünf Prozent für den Ausstieg aus dem unkündbaren oder nicht auflösbaren Kreditvermittlungsvertrag. Zum Beispiel macht das bei einem Kreditbetrag von 20.000 Euro 1.000 Euro aus.

Artikel lesenMangelhafte Informationen bei Kreditverträgen (19.04.2010)

Artikel lesenKredite: Zahlungsrückstand kann teuer kommen (31.03.2010)

ORF

Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick

ORF