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25.09.2010

Stammkundin wider Willen

Dass Firmen möglichst viel über ihre Kunden wissen und sie an sich binden wollen, ist nichts Neues. Wer aber keine "Bindung" möchte oder ein Geschäftsverhältnis mit einem Unternehmen beendet, will mitunter seine Daten aus dem System vollständig entfernt haben. Das ist nicht immer leicht möglich.

Preisepass per Post bekommen
Johanna W. hat Ende Juni ein Ersatzteil für einen Dunstabzug einer XXXLutz Küche telefonisch bestellt, erzählt sie...

"...und die Dame, mit der ich gesprochen hab hat meine Daten, also Name und Adresse verlangt. Sie hat mir auch einen Kaufvertrag zugeschickt."

Per Fax, wobei die im Vertrag erwähnten "umseitigen Geschäftsbedingen" fehlten. Zehn Tage später hat sich Frau W. das Teil in einer Lutz-Filiale abgeholt, dort auch bar bezahlt, - erhielt jedoch rund einen Monat später per Post einen XXXL Preisepass, mit einem Begleitbrief, indem stand...

"...ich hätte diesen Preisepass angemeldet. Dem war nicht so, ich hab weder so was bestellt, noch hat die Dame mich gefragt, ob ich einen Preisepass haben möchte, ich wollt auch keinen."

Wie auch den im Brief beigelegten Fragebogen, erzählt Frau W. weiter...

"...ein relativ detaillierter, der mich zu meinen familiären - und Wohnverhältnissen befragt hat."

Einladung für Stammkunden
Johanna W. schrieb eine Email an Lutz und wollte Ihre Daten unverzüglich gelöscht haben. Zwei Tage später erhielt sie auch eine Entschuldigungsmail und die Zusicherung, der Löschung ihrer Daten.

"Wenig später habe ich dann eine Email bekommen von einer mir unbekannten Dame, ohne jeden Hinweis von welcher Firma diese Mail kommt, wo sie geschrieben hat, sie hat jetzt meine Daten gelöscht."

Frau W. wollte von der Unbekannten wissen, für welche Firma und in wessen Auftrag "ihre Daten" gelöscht wurden, erhielt vorerst keine Antwort und bekam 22 Tage später von XXXLutz eine Bestätigung, dass nun wirklich alles gelöscht sei.

"Und dann war ich der Meinung, ist die Sache nun wirklich erledigt. Bis 13. September, da habe ich einen Brief von XXXLutz bekommen mit einer Einladung zu irgendwelchen Stammkundentage in Vöcklabruck. Und da ist mir dann der Kragen geplatzt."

Kundendaten werden auf Wunsch gelöscht
XXXLutz schreibt uns einer Stellungnahme, dass Frau W. sich im Rahmen des Ersatzteilkaufes beim XXX-Lutz-System angemeldet hätte.

Aber es werden – so weiter in der Stellungnahme - alle an das Möbelhaus "freiwillig angegebenen Kundendaten ausschließlich intern bearbeitet" – nicht an Dritte weitergegeben und auf Wunsch auch sofort gelöscht. Und abschließend heißt es noch:

"Lediglich ein bereits gedrucktes bzw. bei der Post zum Versand gewesenes Schriftstück ist Frau W. noch zugegangen. Dies konnte zum Zeitpunkt der Löschung nicht mehr storniert werden."

Recht auf Widerruf
Konsumenten, die sich in einem Kundenbindungsprogramm eines Händlers befinden, können, so AK-Datenschutzexpertin Daniela Zimmer, jederzeit...

"... zum Ausdruck bringen, dass diese Werbung bei mir unerwünscht ist und der Anbieter wird diesen Widerruf beachten und mich auch aus seiner Werbeliste streichen müssen."

Und ein Unternehmer darf ohne Zustimmung eines Betroffenen Daten für Werbezwecke nicht an Dritte weitergegeben. Aber, kritisiert Daniela Zimmer...:

"Es gibt eine Ausnahme - ein Privileg der Gewerbeordnung - er darf bestimmte Datenarten, nämlich Name, meine Anschrift, Geburtsdatum und die Zugehörigkeit zur Kundendatei an Adresshändler weitergeben, ohne dass ich zuvor meine Zustimmung dazu erteilt habe. Er muss mich aber über diese mögliche Weitergabe bei Vertragsabschluss informieren und auch darüber, dass ich ein jederzeitiges Widerrufsrecht hab."

Bleibt zu Hoffen, dass die Kundin künftig von unerwünschten Zusendungen verschont bleibt.

HELP, das Konsumentenmagazin
Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

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