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24.09.2010

EU-Kommission startet Befragung über Zigaretten-Warnhinweise

Die EU-Kommission startet heute, Freitag, eine öffentliche Konsultation über ihren Vorschlag, größere und abschreckendere Warnungen auf Zigarettenpackungen einzuführen. Ein Gesetzesvorschlag dazu könnte frühestens Ende 2011 vorliegen, nachdem 2009 eine Auswirkungsstudie gestartet wurde und nun die Befragung eingeleitet wird.


Die Idee einer Einheitspackung mit übergroßen Warnhinweisen und Markennamen lediglich in standardisierter kleiner Schrift stieß bisher auf Ablehnung der Tabakwirtschaft.

"Bilder deutlich abschreckender"
Die Kommission will die Auswirkungen auf den Binnenmarkt einerseits und den Gesundheitsbereich andererseits erörtern. In einem Zwischenbericht auf Basis des Beratungsunternehmens "Rand Corporation" für die Generaldirektion Gesundheit in der Kommission sind 24 neue Vorschläge für Warnhinweise angeführt. Konkret wird betont, dass eine Kombination von Text und Bild vorteilhaft sei. Dabei wird darauf verwiesen, dass Warnungen, die "100 Prozent" der Fläche einer Zigarettenpackung ausmachten, effektiver seien als jene, wo sie nur 50 Prozent der Fläche in Anspruch nehmen. Das würde allerdings bedeuten, dass der Markenname nur mehr am Rand der Zigarettenpackung und weder auf der Vorder- noch auf der Rückseite aufscheinen.

Abschreckende Bilder sollten beispielsweise Menschen mit faulen Zähnen und entsprechendem Text oder Operationen am offenen Herzen mit dem Hinweis "Rauchen verstopft die Arterien und führt zu Herzinfarkt" oder Kinder mit Sauerstoffmasken und dem Zusatz "Schützt Kinder: Lasst sie nicht Euren Rauch einatmen" zeigen. Es habe sich erwiesen, dass ein Schriftzug allein mit Warnhinweisen von den Rauchern kaum beachtet werde. Bilder seien wesentlich eindrucksvoller und zeigten eine deutlich abschreckendere Wirkung.

Tabakkonsum kostet jährlich 2,46 Mrd. Euro
Der Zwischenbereich verweist darauf, dass Rauchen weiterhin die größte Ursache für Todesfälle und Krankheiten in der EU ist. Mehr als 650.000 Europäer würden deshalb vorzeitig sterben und mehr als 13 Millionen leiden an einer chronischen Krankheit aufgrund ihres Zigarettenkonsums. Außerdem habe Rauchen eine negative Auswirkung auf Menschen jeden Alters - vom ungeborenen Baby über Kinder bis zu Erwachsenen. Darüber hinaus erzeuge Rauchen eine ähnliche Abhängigkeit wie jene von Drogen, beispielsweise Kokain.

Das EU-Parlament hat bereits 2007 die Kommission aufgefordert, die Tabakprodukt-Richtlinie zu überarbeiten. In dem Grünbuch der Europaparlamentarier unter dem Titel "Für ein Europa frei von Tabakrauch: Politische Optionen auf EU-Ebene" werden die Mitgliedsländer aufgefordert, die Raucherrate vor allem bei jungen Menschen um 50 Prozent bis 2025 zu senken.

Die Kosten von durch Tabak-Konsum verursachten Krankheiten wird auf 2,46 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Dabei entfallen 1,3 Milliarden auf die medizinische Versorgung, weitere 1,1 Milliarden Euro auf Produktivitätsverluste und 480 Millionen Euro auf Auswirkungen auf die Nichtraucher.

externen Link öffnenEuropäische Kommission: Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher

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