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02.10.2010

Vorautorisierung an Selbstbedienungstankstellen

Das bargeldlose Zahlen, sei es mit der Kreditkarte oder Bankomatkarte wird immer beliebter, weshalb man schon fast überall sogenannte POS – also Point of Sale – Kassen antrifft.


Zahlt man mit einer Karte, so darf man auch annehmen, dass der zu zahlende Betrag abgebucht wird und nicht irgendein Geldbetrag "vorautorisiert wird".

Betrag von 80 Euro wurde reserviert
Ingrid R. hat an einem Sonntag für 22 Euro 56 bei einer niederösterreichischen Selbstbedienungstankstelle getankt, mit der Bankomatkarte direkt bei der Zapfsäule bezahlt und sich auch einen Beleg ausdrucken lassen. Tags darauf hat Frau R. ihre Kontobewegungen im Internet kontrolliert und musste mit Erstaunen sehen....

"...einen Betrag von 80 Euro quasi in der Luft hängen, reserviert, wie auch immer. Denk ich mir 'Na gut, hab ich etwas eingekauft, ich weiß es nicht mehr'. Und habe meine Rechnungen durchgesehen."

Doch einzig auf dem Tankstellenbeleg konnte Ingrid R. ersehen, dass...

"...der Höchstbetrag zum Tanken 80 Euro ausmacht, also wenn‘s drüber ginge, mehr kann man nicht tanken."

Da bis Mittwoch noch immer der Betrag von 80 Euro aufschien, hat Frau R. ihre Bank aufgesucht, wo man ihr sagte...

"...ja da dürfte es schon einige Firmen geben, die sich automatisch diesen Betrag reservieren, bis der Betrag, um diesen man eingekauft hat, abgebucht werden kann."

Das geschah erst fünf Tage später.

Es handelt sich um eine eine "Vorautorisierung"
Die PayLife Bank GmbH schreibt uns in einer Stellungnahme, dass es sich in diesem Fall um eine "Vorautorisierung", wie sie an Tankomaten generell üblich ist, handelt. Dabei darf die maximale Summe von 80 Euro nicht überschritten werden.

"Eine Vorautorisierung ist aber KEINE Buchung des Betrages, sondern nur eine Vormerkung. Daher können dafür auch keinerlei "Vorschusszinsen" verrechnet werden."

Dieser Ablauf dient der Absicherung der Tankstellenpächter bis zur Abbuchung der tatsächlich verbrauchten Summe beim Tanken an einer Selbstbedienungstankstelle und, so weiter in der Stellungnahme:

"Der Vorteil für die Kunden liegt auf der Hand: Sie können rund um die Uhr, sieben Tage die Woche mit Selbstbedienung Treibstoff tanken. Sobald die Buchung mit dem tatsächlich bezahlten Betrag bei der Bank der Kundin eintrifft, wird die Vormerkung aufgehoben und der korrekte Betrag dem Konto angelastet. Dieser Vorgang erfolgt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen."

In Frau Rs Fall hat es "möglicherweise irgendwo auf dem Weg eine Verzögerung gegeben", heißt es abschließend.

"Wir können Frau R. aber nochmals beruhigen: Es entstehen daraus nach unserem Wissen keinerlei Zinsen für sie."

Vorbuchungen sind Vielen nicht bekannt
Dem Kunden dürfen durch eine Vorbuchung oder Vorautorisierung im Hintergrund keinerlei Zinsen verrechnet werden, hält AK-Bankenexperte Christian Prantner noch einmal fest. Vorbuchungen sind vielen Kontoinhabern nicht bekannt..

"... sie stehen auch nicht in den Kartenbedingungen drinnen, nach unseren Recherchen wird darüber auch nicht informiert bei den Zapfsäulen oder bei den POS-Zahlstellen, wir sind der Meinung, dass solche Nebenbedingungen in jedem Fall vertraglich vereinbart gehören..."

...denn so Christian Prantner weiter...

"...die Karteninhaber haben in sehr vielen Fällen ein Standartlimit von POS-Zahlungen von 1.100 Euro pro Woche, für den Geldbezug über die Bankomatkarte gibt es 400 Euro-Limit pro Tag. Das heißt, wenn jetzt der Kunde durch eine Vorautorisierung in diesen vertraglich vereinbarten Limits eingeschränkt wird, dann ist das in Wahrheit eine Einschränkung des Vertrages und unter diesem Aspekt auch höchst problematisch."

Weshalb sich die AK-Verbraucherschützer diesem Problem auch annehmen werden.

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