Logo Arbeiterkammer
Hauptnavigation weiter zur Übersicht aller aktuellen Tests nützliche Links und hilfreiche Adressen zur Startseite
zur Übersicht der Artikel aus der Sendungsreihe help-Radio
Wie man Gewährleistungsansprüche wahrt / Bild: ORF
24.09.2005

Wie man Gewährleistungansprüche wahrt

Das Gewährleistungsrecht geht, zum Nachteil des Händlers von der Vermutung aus, dass ein Mangel, der in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf der Ware auftritt, schon bei der Übergabe vorhanden war. Der Händler muss beweisen, dass das nicht der Fall war.



Nach sechs Monaten muss der Kunde beweisen, dass das Produkt schon zum Zeitpunkt der Übergabe mangelhaft war. Und das ist oft nur sehr schwer oder gar nicht möglich.

Einige Mängel
Heribert Jost hat im April auf der Tullner Campingmesse ein großes Iglu-Zelt gekauft, das durch fünf gebogene Glasfaserstangen getragen wird. Im August fuhr er mit Zelt und Familie auf Urlaub.

Gleich am zweiten Tag brach eine der fünf Glasfaserstangen, eine zweite wird demnächst brechen.

Die kaputte Stange blieb mit Hilfe von viel Klebeband gerade noch funktionsfähig. Zusätzlich wurden auch noch einige Reißverschlüsse kaputt, die im Innenzelt die einzelnen Bereiche trennen.

Reklamation
Herr Jost reklamierte gleich nach der Rückkehr aus dem Urlaub per E-mail und bekam vom Händler die Rückmeldung, er wisse selbst nicht, wie er vorzugehen habe und müsse sich erst beim Hersteller erkundigen. Der Kunde wurde um Geduld gebeten.

Im Oktober laufen aber die ersten sechs Monate der Gewährleistungsfrist ab und Herr Jost fürchtet, dass er beweispflichtig wird, wenn sich der Händler Zeit lässt und die Frist verstreicht.

Sorge unbegründet
Laut AK-Konsumentenschutz-Expertin Daniela Zimmer ist diese Sorge unbegründet. Auch wenn der Unternehmer den Verbraucher hinhalte, damit die sechs Monate überschritten werden, ändere es nichts an der Tatsache, dass er den Beweis anzutreten habe, wenn der Mangel nachweisbar innerhalb der ersten sechs Monate aufgetreten sei, erklärt die AK-Expertin.

Gute Dokumentation
Der Nachweis gelingt umso besser, je besser der Reklamationsfall dokumentiert ist. Daher soll immer schriftlich, am besten eingeschrieben reklamiert werden.

Ein E-mail oder Fax reicht dann, wenn der Händler durch Reaktionen bewiesen hat, dass er die Zusendung erhalten hat.

Wenn nicht gewichtige Gründe gegen das eine oder andere sprechen, hat der Konsument die freie Wahl zwischen Verbesserung und Austausch der mangelhaften Ware.

Transport
Ein häufiger Streitpunkt in Gewährleistungsfällen sind die Transportkosten. Die Gewährleistung deckt nicht, wie der Schadenersatz, alle Aufwendungen ab.

Der Übergabeort ist entscheidend dafür, wo die Gewährleistungsansprüche durchzusetzen sind, erklärt Daniela Zimmer von der AK.

Wurde die Ware im Geschäft gekauft, ist der Übergabeort das Geschäftslokal, wurde die Ware zugeschickt oder geliefert, ist der Übergabeort die Wohnung des Konsumenten.

Da Herr Jost sein Zelt bei einem Messestand gekauft hat, sei der Messestandort der Erfüllungsstandort. Ein wenig sinnvoller Übergabeorte, weshalb sich beide Seiten darüber einigen müssen, wo die Übergabe stattfinden soll.

HELP, das Konsumentenmagazin
Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

Link öffnenhelp@orf.at

Artikel lesenGewährleistungsanspruch trotz "unbefugten Öffnens" (03.09.2005)

Artikel lesenBeschädigung durch anleitungskonforme Bedienung (27.08.2005)

Artikel lesenGewährleistungsverweigerung (14.05.2005)

ORF

Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick

ORF