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AK: Geldabheben mit Kreditkarte kommt teuer / Bild: ORF
17.04.2008

AK: Geldabheben mit Kreditkarte kommt teuer

Einfach, schnell und bequem geht’s mit Kreditkarte. Aber Achtung: Zahlen und Geldabheben können teuer kommen. Ein AK-Test bei vier Kreditkartenfirmen zeigt: Das Kartenangebot ist umfangreich und gibt es mit und ohne Versicherungsschutz.


Zahlen ist in Österreich und im Euro-Raum spesenfrei, nicht aber dort, wo es keinen Euro gibt. Spesen draufzahlen heißt es beim Geldabheben überall. Im Nicht-Euro-Raum kommen zu den Spesen sogar noch Bearbeitungsgebühren dazu.

Kosten von Kreditkarten
Klassische Kreditkarten gibt es um eine Jahresgebühr ab 18,17 Euro (VISA Classic von Card complete, Classic Mastercard und VISA Classic von PayLife).

Wer Zusatzleistungen möchte, etwa einen Versicherungsschutz, bekommt das ab 54,50 Euro (VISA Classic von Card complete, Gold Mastercard und VISA Classic von PayLife).

"Die günstigste Studentencard kostet bei Diners Club 24 Euro im Jahr", sagt AK- Konsumentenschützerin Michaela Kollmann.

Geldabheben kommt teuer
"Wer im Euro-Raum, also auch in Österreich, mit Kreditkarte zahlt, hat keine Spesen", erläutert Kollmann. Wer in Nicht-Euro-Ländern urlaubt, hat beim Einkauf Spesen von ein Prozent (Diners, Card complete, PayLife) und zwei Prozent (American Express).

Geldabheben kommt sehr teuer: Im Inland und im Euro-Raum drei Prozent, aber Mindestgebühren von 2,50 Euro (American Express) bis zu vier Euro (Diners Club).

Außerhalb des Euro-Raumes kommen zu den drei Prozent und Mindestspesen noch Bearbeitungsgebühren von ein Prozent bei Diners Club, Card complete und PayLife dazu. Bei American Express sind es zwei zusätzliche Prozent.

Unklare Devisenkursverrechnung
"Teilzahlung ist extrem kostspielig", so Kollmann. Die Zinssätze können bis zu 15 Prozent im Jahr betragen, etwa bei PayLife. "Überdies ist auch die Devisenkursverrechnung nicht klar", kritisiert Kollmann.

Denn die Umrechnung erfolgt erst zu dem Kurs, an dem der Umsatz vom Vertragshändler (zB Restaurant) bei der Kreditkartenfirma zur Verrechnung eintrifft. "So kann ein Schnäppchen letztendlich teuer werden", so Verbraucherschützerin Kollmann.

Karten mit Guthaben
PayLife und Card complete bieten auch Prepaid-Karten an. Es gibt keine Jahresgebühr, aber Maestro Traveller Premium und Mastercard Geschenkkarte von PayLife haben eine einmalige Gebühr. Die Karten müssen im Vorhinein mit einem Guthaben aufgeladen werden.

Die Spesen dafür betragen bis zu 1,5 Prozent (Electronprepaid von Card complete). Die Aufladesummen sind unterschiedlich. Spesen gibt es beim Einkauf und Geldabheben in Euro- und Nicht-Euro-Ländern – bis zu drei Euro (Maestro Traveller von PayLife).

"Vorteil der Karten ist ein im Vorhinein festgelegtes Urlaubsbudget", sagt Kollmann, "daher auch für Jugendliche geeignet." Der Nachteil: Das Guthaben "parkt" unverzinst, es gibt Spesen beim Aufladen und Gebrauch.

Tipps der AK-Konsumentenschützer
Prüfen Sie, welche Karte und Leistungen Sie brauchen. Das Angebot ist groß und unter-schiedlich.

Informieren Sie sich nicht nur über die Kartengebühr, sondern auch über Spesen.

Achten Sie darauf, dass Barabhebungen mit der Kreditkarte teuer sind.

Beachten Sie, dass es zu Kursschwankungen kommen kann.

Teilzahlungen mit Kreditkarte sind sehr teuer – bis zu 15 Prozent Sollzinsen im Jahr.

Kontrollieren Sie Ihre Monatsabrechnungen. Bei strittigen Umsätzen informieren Sie sofort das Kreditkartenunternehmen – gegebenenfalls erheben Sie schriftlich Einspruch. Vorsicht: Es gelten je nach Firma unterschiedliche Fristen.

Bewahren Sie die Karte sorgfältig auf. Notieren Sie den PIN-Code keinesfalls, und heben sie ihn nie gemeinsam mit der Karte auf.

Karte verloren oder gestohlen? Lassen Sie sie sofort sperren, und machen Sie gleichzeitig eine Anzeige bei der Polizei. Sie können eine Ersatzkarte sofort beantragen.

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