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23.09.2008

Pangasius-Test: Viel Wasser und modrig-schlammiger Geschmack

Pangasius, ein vor rund fünf Jahren noch weitgehend unbekannter vietnamesischer Zuchtfisch, wird auch in Österreich immer beliebter. Bei einem aktuellen Test der Verbraucherzeitschrift "Konsument" war allerdings ein Probefisch mit Tierarzneimitteln kontaminiert, häufig macht eine den Fisch umgebende Wasserschicht bis zu zwanzig Prozent des Gewichts aus, und auch geschmacklich konnten die Produkte nicht überzeugen.


Bei den 15 getesteten Pangasius-Proben (elf davon tiefgekühlt) zählt das Geschmacksurteil "neutral, wässrig" laut Verbrauchermagazin noch zu den "schmeichelhaftesten" Einschätzungen. Zahlreiche Proben fielen hingegen durch "modrig-schlammigen Geschmack" auf, heißt es.

Mangelhafte Kennzeichnung
Beim Einkauf der Pangasius-Filets erlebten die Tester die ersten unangenehmen Überraschungen: Lediglich "Nordsee" kennzeichnete die offen zum Verkauf angebotenen Fische als aufgetaute Ware. Nach Angaben des Großhandels werde der Fisch aber ausschließlich tiefgefroren importiert.

"Konsument"-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck rät daher den Konsumenten, auf abgepackten, tiefgefrorenen Fisch zurückzugreifen. Dieser sei häufig sogar billiger.

Viel Wasser
Bei den Tiefkühlprodukten fiel auf, dass neun der elf Proben zum Schutz vor Austrocknung mit einer Glasur aus gefrorenem Wasser umhüllt waren – teilweise macht das bis zu 20 Prozent des Gewichtes aus.

Zwei Produkte enthielten laut Test außerdem Polyphosphate und Triphosphate. Diese Substanzen helfen, Wasser im Fleisch zu binden, was mehr Gewicht vortäuschen kann.

Kühlketten unterbrochen
Bei einigen Tiefkühlprodukten gab es zudem Anzeichen, dass die Kühlkette nicht lückenlos war. Ökologisch günstiger wäre es laut "Konsument" aber ohnehin, Fische aus heimischen Gewässern zu kaufen. Kurze Transportwege würden viel Energie sparen und auch der Energieverbrauch für das Tiefkühlen falle meist weg.

Ein Fisch mit Arzneimittelrückständen
Überwiegend positive Ergebnisse gab es bei der Untersuchung auf Arzneimittelrückstände. In einer Probe wurde allerdings Semicarbazid nachgewiesen, was darauf schließen lässt, dass bei der Zucht Nitrofurane eingesetzt wurden, die in der EU aufgrund ihrer krebserregenden Wirkung verboten sind.

Durchgängig in Ordnung war die bakteriologische Untersuchung der offenen Ware.

externen Link öffnen"Konsument": Pangasius - Viel Wasser, wenig Geschmack

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