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20.12.2008

Böse Überraschungen beim Datenroaming

Es kann sehr teuer werden, wenn man auch bei einem Aufenthalt im Ausland seine E-Mails lesen und beantworten und im Internet surfen möchte. Zwar plant die EU, für das Datenroaming eine Preisobergrenze von einem Euro pro Megabyte einzuführen, doch bis es so weit ist, können selbst versierte User beim Datenroaming leicht etwas übersehen und ordentlich draufzahlen.

Mobile Internetkarte
Rodrig Marculescu wollte während seines heurigen Sommerurlaubs in Kroatien zum ersten Mal eine mobile Internetkarte nutzen, weil ein neuer Roaming-Tarif von T-Mobile genau für seine Zwecke geeignet schien. Der Preis sei o.k. gewesen, erzählt er, wenn man, wie er, nur ein paar Megabite downloaden wollte, also das, was man üblicherweise für E-Mails und für das Internetsurfen brauche.

Bei seinem Nutzungsverhalten rechnete er maximal mit Kosten von 100 Euro für die eine Urlaubswoche. Um seinen Verbrauch zu kontrollieren, überprüfte er einige Male seine Online-Rechnung über die Homepage von T-Mobile.

Keine Informationen
Aber in seiner Online-Rechnung, so sagt er, seien diese ganzen Verbindungsentgelte bis zum Ende des Urlaubs gar nicht aufgeschienen. Und eine Woche nachdem er aus dem Urlaub zurückgekommen war, habe er von T-Mobile einen Anruf bekommen, dass seine Rechnung über 1000 Euro ausmache. Und eine Woche später erfuhr er dann den endgültigen Rechnungsbetrag über 2.800 Euro. Weil in diesem Zeitraum ca. 200 MB downgeloadet worden waren.

Die Erklärung
Herr Marculescu konnte sich diesen exorbitanten Datenverbrauch zuerst nicht erklären, dann fand er in der Aufstellung seiner Downloads des Rätsels Lösung:

Es habe sich herausgestellt, erzählt er, dass das das Windows-Update-Service war, das gerade in diesem Zeitraum den Service-Pack 1 von Office 2007 heruntergeladen hat. Das waren über 200 MB.

90 Prozent der verursachten Kosten gingen auf das Konto dieses automatischen Windows-Updates.

Pech gehabt
Der Betreiber T-Mobile bedauerte die hohen Roaming-Kosten, betonte aber in seiner Stellungnahme an help, dass alles korrekt abgerechnet worden sei. Das bestätigt auch Gregor Goldbacher vom Telekomregulierer RTR.

Wenn so etwas passiere, sagt Goldbacher, könne man das prinzipiell nicht dem Betreiber anlasten. Der Betreiber wisse nicht, aus welchen Gründen diese Datenmengen angefallen sind und es sei dem Betreiber auch gar nicht erlaubt, den Inhalt dieser transferierten Datenpakete zu prüfen.

Programme im Hintergrund
Niemand könne heute behaupten, seinen Computer voll unter Kontrolle zu haben, ergänzt der RTR-Experte, denn auf jedem Computer würden im Hintergrund sehr viele Programme laufen, die einen Datenverkehr auslösen können – abgesehen von automatischen Uptdates, wie im vorliegenden Fall, zum Beispiel auch File-Sharing-Programme. Und all diese Programme könnten, ohne dass es der User bemerke, sehr hohe Datenmengen verursachen und im Roaming-Fall sei das dann sehr, sehr kostspielig.

Je besser man sich auskenne, desto besser sei man geschützt, meint Goldbacher. Aber aus seiner Sicht gebe es in diesem Bereich keine absolute Sicherheit.

Kosten halbiert
Doch weil Herr Marculescu wirklich besonderes Pech hatte, hat ihm T-Mobile jetzt immerhin die Hälfte seiner 2.800 Euro Roaming-Kosten erlassen.

HELP, das Konsumentenmagazin
Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

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