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Reiseversicherungen schwer zu vergleichen / Bild: APA
21.04.2010

Reiseversicherungen schwer zu vergleichen

Für Schäden als Folge von Elementarereignissen wie Erdbeben und Vulkanausbrüchen sind Reiseversicherungen nicht zuständig. Aber für eine Reihe anderer Probleme, von Unfällen bis zum Verlust des Reisegepäckes, ist es von Vorteil, auf Reisen versichert zu sein. Die Arbeiterkammer (AK) hat Angebote von 16 Reiseversicherungen überprüft und höchst unterschiedliche Leistungspakete gefunden. Das macht es für Konsumenten sehr schwierig, die Angebote zu vergleichen und die bestmögliche Versicherung zu finden.

AK-Erhebung
Die AK hat im März die gängigsten Reiseversicherungangebote überprüft:

Vier Kreditkartenfirmen (American Express, Diners, PayLife und VISA).

Drei Versicherer (Europäische Reiseversicherung, Mondial Assistance, Wiener Städtische).

Sechs Reiseveranstalter (ITS-Billa, Gulet Touristik, Neckermann, Tui, Jahn Reisen, 1-2-Fly).

Internationale Flugrettung Austria (IFRA)

ÖAMTC und ARBÖ

Kreditkarten-Reiseversicherungen
Die Deckungsinhalte der vielen Reiseversicherungsangebote sind äußerst verschieden. Es geht nicht nur darum, in welchen Fällen eine Deckung gewährt wird, sondern auch, wer überhaupt versichert ist. Der gemeinsame Hauptwohnsitz kann eine Rolle spielen, die Dauer einer Partnerschaft oder das Alter der Kinder.

Vor allem bei Kreditkarten sollen die Versicherungsbedingungen genau studiert werden, rät AK-Konsumentenschützerin Manuela Delapina. Der Versicherungsschutz hängt oft davon ab, ob der Konsument ein Hotel und ein öffentliches Verkehrsmittel mit der Kreditkarte bezahlt hat oder ob er mit dem eigenen Auto anreist.

Nicht versichert ist etwa bei der eigenen Autoanreise bei der Diners Club Card die Dauerinvalidität auf Grund eines Verkehrsunfalles, Reisegepäck, Reisestorno und Reiseabbruch.

Bei der VISA card complete und MasterCard Classic haben Konsumenten keine Stornoversicherung, wenn sie nur ein Hotel gebucht haben und mit dem eigenen Pkw anreisen. Ab dem zweiten Versicherungsjahr müssen im vorigen Kalenderjahrmindestens 25 Transaktionen mit der Kreditkarte getätigt worden sein, sonst gibt es keine Stornoversicherung.

Klassische Reiseversicherunge
Klassische Reiseversicherungen (etwa Europäische Reiseversicherung, Mondial Assistance) bieten einen umfassenden Schutz für Risiken wie ein Storno oder den Verlust des Reisegepäcks.

Versicherungen von Autofahrerclubs
Die Mitgliedsangebote der Autofahrerclubs bieten begrenzten Schutz und enthalten unter anderem etwa eine Auslandskranken- oder Krankenrücktransportversicherung. Sie bieten zusätzliche fahrzeugbezogene Leistungen, etwa einen Abschleppdienst.

Schwere Vorerkrankungen
Wer schwer krank ist (an Krebs oder chronischen Herzproblemen leidet) und im Urlaub einen akuten Schub bekommt, hat nur bei der SOS-Auslandsreise-Krankenversicherung der Wiener Städtischen einen uneingeschränkten Versicherungsschutz. Einige Anbieter versichern chronische Leiden nur, wenn es in den letzten zwölf Monaten keine stationäre Behandlung gegeben hat.

Prämien
Die Prämien wurden teils teurer, die Leistungen hingegen kaum verändert: Neckermann bis plus 4,5 Prozent, ÖAMTC Schutzbrief plus 3,2 Prozent, 1-2-Fly Paket mit Familien-Reiserücktrittsversicherung plus 3,4 Prozent, Jahn-Reisen bis plus 8,5 Prozent, ARBÖ Sicherheitspass plus 3,3 Prozent, Europäische Reiseversicherung bis plus 3,4 Prozent.

AK-Tipps für Reiseversicherungen
Prüfen Sie zuerst, inwieweit Risiken einer Reise schon durch bestehende Versicherungen, Kreditkarten oder Mitgliedschaften abgedeckt sind.

Checken Sie vor Abschluss der Versicherung den Versicherungsbeginn. Wenn nämlich der Versicherungsbeginn erst auf den Tag der Abreise festgelegt ist, sind Reiserücktritte vor diesem Tag nicht versichert.

Fahren Sie mehr als zweimal pro Jahr ins Ausland, lohnt sich meist eine Jahres-Reiseversicherung.

Fragen Sie beim Anbieter nach, wann die Versicherung abgeschlossen werden muss - sofort nach der Buchung oder innerhalb von acht Tagen?

Wer ist versichert ? Was gilt als Familie? Wo gilt die Versicherung?

Wird bei Eintritt eines Versicherungsfalles eine Bearbeitungsgebühr verrechnet und wie hoch ist sie?

Sind bestehende Krankheiten versichert?

Gibt es einen Selbstbehalt und wenn ja, in welcher Höhe?

Achten Sie auf die Höhe der Versicherungssumme. Oft sind Versicherungssummen zu gering, um den gesamten Schaden zu decken.

Verloren gegangenes Gepäck auf Flugreisen wird bis etwa 1.200 Euro von der Fluglinie ersetzt.

Geld, Wertpapiere, Fahrkarten, Urkunden und Dokumente jeder Art, Gegenstände mit Kunst- oder Liebhaberwert, technische Geräte (etwa Fotoapparat), Pelze, Uhren, Schmuck sind gar nicht oder nur begrenzt versichert. Sie sollten bei Flugreisen keinesfalls im Koffer, sondern im Handgepäck transportiert werden.

Oft wird für einzelne Gegenstände eine "angemessene" Verwahrung (zum Beispiel Safe) vorgeschrieben. Gibt es im Hotel jedoch keinen Safe, besteht für diese Gegenstände auch kein Versicherungsschutz.

Bei der Gepäckversicherung werden etwa Gegenstände oder Bekleidung nur mit dem Zeitwert ersetzt (Ausnahme: Komplett-Schutz-Plus der Europäischen Reiseversicherung).

Haben Sie einen Schadensfall, informieren Sie sofort die Versicherung. Vergessen Sie nicht die Notrufnummer auf die Reise mitzunehmen! Notieren Sie auch die Nummer Ihrer Polizze.

Wichtig ist, sämtliche Beweise (etwa Anzeigebestätigung, Belege, Arztrechnungen, schriftliche Zeugenaussagen) aufzuheben und der Versicherung in Kopie zu geben.

externen Link öffnenAK-Test: Reiseversicherungen

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