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26.06.2010

Mit Normalpost verschickte Kontozugangsdaten

Kontodaten sind sehr sensible Daten. Man muss sorgsam mit ihnen umgehen und darauf achten, dass sie nicht in falsche Hände geraten. Was für Kontoinhaber gilt, sollte wohl auch für die kontoführenden Geldinstitute selbstverständlich sein.

Neue Zugangsdaten
Axel A. kontaktierte seine Bank, die BAWAG/PSK, um neue Zugangsdaten für das Internet-Banking zu bestellen. Sie kämen per Post, hieß es. Zwei Wochen später habe die Bank dann brieflich bei ihm nachgefragt, ob er die Daten bekomme habe, wenn nicht, möge er sich melden, erzählt Herr A.

Als er sich dann meldete, sei ihm von den Mitarbeitern zugesagt worden, dass die Daten in zwei getrennten Schreiben mit normaler Post, also nicht eingeschrieben, an ihn geschickt werden würden. Dadurch sei ein Missbrauch praktisch auszuschließen.

Nur ein Brief
Drei Tage später kam wieder ein Brief von der BAWAG/PSK. In diesem Schreiben sei im Betreff die Verfügernummer angeführt gewesen und im Text die nötige Pin-Nummer, erzählt Herr A. Interessanterweise habe es auch noch eine Belehrung gegeben, wie man mit diesen Daten richtig umzugehen habe.

Wo der erste Brief mit seinen Bank-Zugangsdaten gelandet ist, weiß niemand. Wohl ist Herrn A. nicht bei dem Gedanken, dass ein möglicher Fehlempfänger freien Zugang zu seinem Konto gehabt hätte. Auch wenn Überweisungen ohne TAN-Code nicht möglich gewesen wären. Nun, er hatte Glück gehabt und laut Angaben der Bank hatte sich in der fraglichen Zeit niemand bei seinem Konto eingeloggt.

Wenig glaubwürdig
Herrn A. ärgert, dass selbst in diesem, nicht eingeschriebenen Brief, der alle seine Bank-Zugangsdaten enthält, darauf gepocht wird, dass man auf den PIN auf jeden Fall gut aufpassen soll. Das mache eigentlich eine Bank nicht sehr glaubwürdig, sagt er, die dann so mit den Daten umgehe.

Stellungnahme der Bank
Die BAWAG/PSK bedauert in ihrer Stellungnahme an help, dass das erste Schreiben den Adressaten nicht erreicht habe und es so zu einer Verunsicherung des Kunden gekommen sei. Die Zugangsdaten für das Net-Banking mit normaler Post zu versenden, sei allgemeine Praxis und im Sinne der Kunden, heißt es weiter. Mit eingeschriebenen Briefen sei alles viel komplizierter. Als Alternative könne man anbieten, den Brief an eine Postfiliale des Vertrauens zur Abholung zu senden. Und abschließend merkt die BAWAG/PSK noch wörtlich an: „Wir betonen, dass für uns die Sicherheit von Kundendaten oberste Priorität hat, zumal es sich im konkreten Fall um die Übermittlung sensibler Daten handelt."

Sorgloser Umgang
Help Rechtskonsulent Sebastian Schumacher zeigt sich vom sorglosen Umgang der Bank mit Kundendaten überrascht und sagt: "Hier ist klipp und klar festzuhalten - wenn die Bank schon auf die Idee kommt, die Zugangsdaten so sorglos zu versenden, dann haftet sie auch für einen etwaigen Missbrauch. Es wird sich die Bank schwer darauf hinausreden können, der Grund liege hier in der Sorglosigkeit des Konsumenten."

Wenn man weiß, dass es reicht, eine Kontonummer zu kennen, um Überweisungen zu veranlassen – Gewinn- und Lottospielgemeinschaften exerzieren es täglich vor – sollte ein sorgfältigerer Umgang mit Kundendaten auch einer Bank ein paar Überlegungen wert sein.

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