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Kritik an neuer Energieeffizienzkennzeichnung / Bild: APA
10.07.2010

Kritik an neuer Energieeffizienzkennzeichnung

Das Klassensystem in der Energieffizienzkennzeichnung stammt aus der Mitte der 90er Jahre: von "G" für Stromfresser bis "A" für sparsame Elektrogeräte. Nach rund 15 Jahren scheint eine Auffrischung dieses Systems grundsätzlich vernünftig; das Modell, das die Europäische Union nun mittels Richtlinie vorgeschrieben hat, stößt jedoch bei Konsumentenschützern im In- und Ausland auf Kritik.

Doppelt und Dreifach
Die Energieeffizienzkennzeichnung auf Kühlschränken, Wäschetrocknern oder Leuchtmitteln ist vertrauter Alltagsbestandteil geworden. In sieben Klassen von "A" bis "G", von dunkelgrün bis Signalrot, werden Elektrogeräte eingeteilt. "A" steht dabei für die effizientesten Geräte. Daran wird sich auch nichts ändern, sagt AK-Verbraucherschützer Karl Kollmann: "Es wird aber neu ein A+. ein A++, und ein A-Dreifach-Plus dazukommen."

Die Kategorien A-Plus und A-Doppelplus sind bereits von Kühlschränken bekannt, ab nächstem Juni werden sie auf alle Geräte angewandt. Bis dahin muss die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt worden sein.

"Nicht mehr übersichtlich"
Bei Konsumentenschützern in mehreren EU-Ländern stößt die neue Kategorisierung auf Ablehnung. Warum, wenn sich ohnehin wenig ändert, und nur neue Kategorien eingeführt werden? Karl Kollmann: "Weil es deutsche und britische Studien gibt, die klar belegt haben, dass es für die Konsumenten nicht mehr übersichtlich ist."

Rein äußerlich ist die neue Kennzeichnung von der alten kaum zu unterscheiden. Lediglich ein weißes "A" mit ein bis drei Plus-Zeichen auf schwarzem Grund ist neben der herkömmlichen Farbskala dazu gekommen. Einer Schweizer Studie zufolge wird dieser zusätzliche Vermerk schlecht wahrgenommen. So habe eine Einstufung in die alten Klassen von "G" bis "A" einen klaren Einfluss auf die Kaufentscheidung, bei der Kategorisierung in A-Plus bis A-Trippel-Plus sei das nicht der Fall – obwohl auch die drei neuen Klassen deutliche Unterschiede in der Energieeffizienz markieren.

2014 könnte wieder alles anders sein
Die Industrie habe das Modell mit A und Plus dennoch bevorzugt, und die Wirtschafts-Lobby habe sich offenbar durchsetzen können, so Kollmann. Der Gegenvorschlag der Konsumentenschützer lautete wie folgt: "Das Schema "A" bis "G" in der farblichen Abstimmung grün bis rot, so wie es heute vertraut ist, beizubehalten, und eine Neu-Anpassung alle paar Jahre vorzusehen, kenntlich an einer groß vermerkten Jahreszahl", so Kollmann.

Soll heißen, anstatt neue Kategorien zu schaffen, sollen die alten jährlich neu definiert werden. Ob die europäischen Verbraucher Zeit haben werden, sich an das Schema wie es nun beschlossen wurde zu gewöhnen, ist fraglich. Bereits 2014 soll eine erste Zwischenbilanz gezogen werden, und das System gegebenenfalls angepasst werden. "Es bleibt uns Konsumentenschützern die Hoffnung, dass man das einfachere System, so wie es unser Vorschlag gewesen wäre, dann wählen wird", so AK-Konsumentenschützer Kollmann.

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