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17.07.2010

Anspruch auf zugesicherte Zeitschriftenabobeigaben

Etlichen Zeitschriften werben um Abo-Kunden mit Beigaben, die den Eindruck erwecken, das Abo selbst sei die Beigabe. Und so geschieht es auch immer häufiger, dass Kunden Zeitschriftenabonnements eher wegen der versprochenen Zusatzleistungen, als wegen der Zeitschrift selbst bestellen oder zumindest ohne die Zusatzleistungen die Zeitschrift kaum bestellen würden. Und dann darf selbstverständlich erwartet werden, dass ein Abo auch mit genau jenen Zusatzgaben geliefert wird mit denen es geordert worden war und nicht mit irgendwelchen anderen Werbebeigaben.

Abo-Zugaben kamen nicht
Kurt G. hat im Februar eine Bestellkarte für ein Jahresabonnement des Magazins PM ausgefüllt. Ausschlaggebend dafür, war unter anderem....

"...weil als Zusatzpreis eine Photonenlampe und ein Sudoku-Spiel angeboten worden ist und das wollte ich meiner Verwandtschaft als Geschenk weitergeben."

Wenig später erhielt Herr G. einen Erlagschein mit dem er die verlangten 43 Euro 80 einzahlte. Das erste Heft wurde geliefert und kurze Zeit später, war zwar auch eine Abo-Zugabe in der Post, aber das waren nicht die versprochenen Geschenke:

"Was gekommen ist, war ein Billigfernglas, von dem da überhaupt nie die Rede war."

Kurt G. retournierte das Fernglas an den, am Bestellschein angegebenen PM- Kunden-Service.

"Und dann habe ich leider nichts mehr vom Verlag gehört."

Also wandte sich Herr G. an help.

Bestellkarte aus dem Jahr 2008
Als wir vom Verlag wissen wollten, warum die Kundenbestellung nicht wie vereinbart abgewickelt worden ist, schrieb man uns In einer Stellungnahme, man habe "im Zuge einer Überprüfung des Sachverhaltes“ festgestellt, dass "Herr G. eine Bestellkarte aus dem Jahr 2008 verwendet hatte" und...:

"Da sich die Angebote regelmäßig erneuern, haben wir ein aktuelles Angebot ausgewählt, da die verwendete Karte nicht mehr gültig war. Wir bedauern sehr, dass wir es versäumt haben Herrn G. über diese Änderung zu informieren."

Weiters steht in der Stellungnahme, dass man "eine Rücksendung des Fernglases mit der entsprechenden Reklamation" nicht mehr habe "festellstellen" können.

Verpflichtet, die Leistung zu erbringen
Help-Rechtskonsulent Sebastian Schumacher stellt zur Vorgangsweise und Argumentation des Verlages fest:

"Wenn das Unternehmen der Meinung ist, dass eine alte Bestellkarte verwendet worden ist, dann besteht ja keine Verpflichtung, diese Bestellung anzunehmen. In diesem Falle wäre die Bestellung abzulehnen und der Kunde aufzuklären, dass diese Aktion nicht mehr aktuell ist."

Dadurch dass das Unternehmen aber die Bestellung angenommen hat, so Sebastian Schumacher weiter...

"...ist es verpflichtet, die Leistung so zu erbringen, wie sie seinerzeit beworben worden ist. Der Konsument braucht sich hier jedenfalls nicht gefallen lassen, dass seine Bestellung plötzlich ganz anders abgewickelt wird."

Die gewünschten Artikel nachgeliefert
Was mit dem help-Einschreiten dann auch für den PM-Verlag plötzlich außer Zweifel stand, denn man teilte uns schließlich auch noch mit:

"Selbstverständlich haben wir Herrn G. jetzt nachträglich die gewünschten Artikel nachgeliefert. Diese wird er in den nächsten Tagen mit der Post zugestellt bekommen."

Bleibt nur noch daran zu erinnern, dass Kurt G. das Zeitschriftenabo samt Photonenlampe und Sudoku-Spiel im Februar bestellt hatte, weil er die Abo-Zugaben damals als Geschenke für die Verwandtschaft haben wollte und die damaligen Geschenkanlässe inzwischen natürlich längst vorbei sind.

HELP, das Konsumentenmagazin
Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

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