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17.07.2010

Wie man im "Mitmach-Web“ die Privatsphäre schützen kann

Das "Mitmach-Web“ ist nützlich und unterhaltsam. Soziale Netzwerke wie Facebook machen es ganz einfach, sich mit Freunden oder Geschäftspartnern zu vernetzen. Mit Blogs und Twitter-Nachrichten wird jedermann zum Publizisten. Leicht vergessen wird dabei, dass man auch zu viel von sich preisgeben kann. Und dann wird es womöglich schwierig, private Informationen wieder aus dem Netz zu kriegen. Das Internet vergisst nie.

Wenn auf der Straße ein wildfremder Mensch auf einen zukommt und fragt "Sind Sie verheiratet?“ oder "Wo wohnen Sie eigentlich?“ – dann würden die meisten wohl zurückfragen: "Was geht Sie das denn an?“ Doch die gleichen Menschen machen in ihren Online-Profilen jede Menge private Informationen für jedermann zugänglich. Sie wissen es oft nur nicht.

Nicht einfach Standardeinstellungen übernehmen
Wer sich etwa bei Facebook anmeldet und bequem alle Standardeinstellungen übernimmt, gibt eine Menge von sich preis, warnt Jo Bager vom Computermagazin c’t: "Sie geben ziemlich viele Informationen an einen ziemlich großen Nutzerkreis frei, also zum Beispiel Dinge wie den Familienstand oder die politische Ausrichtung, Dinge, die man gar nicht unbedingt jedermann an die Hand geben will.“

Informationen, Fotos und Mitteilungen sind dann möglicherweise eben nicht nur für die eigenen Freunde sichtbar, sondern praktisch für jeden – für Suchmaschinen, andere Netzwerke und Webseiten, die sich bei Facebook munter bedienen können. Um die Kontrolle darüber zu behalten, welche Daten wer zu Gesicht bekommt, sollte man – nicht nur bei Facebook – die Einstellungen zur Privatsphäre überprüfen und anpassen. Jo Bager: "Also, ich finde zum Beispiel, dass eine der privatesten Informationen, die bei Facebook über mich gespeichert sind, sind meine Verknüpfungen mit anderen Freunden halt auf der Plattform. Das geht nicht unbedingt jeden was an, der mein Profil besucht, und das habe ich entsprechend deaktiviert.“

Das Internet hat keinen Löschnknopf
Auch wer sich selbst gar nicht im Internet tummelt, ist vielleicht im Netz zu finden. Denn natürlich kann jeder auch Privates über andere verbreiten: hier ein Foto, da eine Bildunterschrift, dort ein Blog oder eine Twitter-Nachricht. Also rät der c't-Experte: "Weil jetzt jeder etwas über mich ins Internet schreiben kann, sollte ich ab und zu mal – und das ist kein Zeichen von übersteigertem Ego – einfach mal nach mir selber, nach meinem Namen, googeln. Das ist eine Möglichkeit. Es gibt auch spezielle Personensuchmaschinen, wie zum Beispiel Yasni oder 123people, die darauf spezialisiert sind, Informationen zu Personen zusammenzutragen, aber im Grunde reicht es, einfach mal in Google den eigenen Namen einzugeben, um zu gucken, was man denn so über mich schreibt.“

Je schneller man einen missliebigen Inhalt entfernt, desto geringer die Gefahr, dass er sich fortpflanzt – im Index von Suchmaschinen, in Web-Archiven oder auf anderen Internetseiten. Die Mahnung des c’t-Redakteurs Jo Bager: "Das Internet hat keinen Löschknopf, und wenn die Informationen erstmal draußen sind, dann ist es sehr schwer, sie wieder zurück zu holen.“

c't: Privat eingestellt

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