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24.07.2010

Digitalkameras: Reparatur oft lohnend

Reparieren war gestern, moderne elektronische Geräte sind Wegwerfprodukte, und außerdem kommt jedes Jahr ein verbessertes Modell auf den Markt, das weniger kostet, als eine Instandsetzung – könnte man meinen. Falsch, sagt der VKI, zumindest wenn es sich bei dem defekten Gerät um eine ältere Digitalkamera handelt. Einen Defekt beheben zu lassen kann durchaus sinnvoll sein.

Neu nicht immer besser
Wenn die gesetzliche Gewährleistungsfrist von zwei Jahren abgelaufen ist, und eine Herstellergarantie auch nicht mehr greift, droht einer defekten Digitalkamera meist die Problemstoffsammelstelle. Neue Modelle mit neuen Funktionen sind schon längst im Handel, eine Reparatur lohnt sich scheinbar nicht mehr. Das mag in manchen Fällen zutreffen, wenn rein wirtschaftlich argumentiert wird.

Neu heißt allerdings nicht unbedingt besser: Mehr Megapixel beispielsweise bedeuten nicht zwangsläufig bessere Bilder, sondern oft nur größere Datenmenge und starkes Bildrauschen. Die ältere Kamera macht unter Umständen bessere Bilder. Der VKI hat das Reparaturservice von einigen Herstellern unter die Lupe genommen: "Wir sind da auch durchaus auf erstaunliche Ergebnisse gekommen, dass zum Beispiel sechs Jahre alte Kameras um null Euro repariert worden sind", sagt VKI-Experte Peter Gradauer.

Kulanzlösung nach sechs Jahren
In diesem Fall handelte es sich um eine Kompaktkamera von Minolta die mit einem anfälligen Chip ausgeliefert worden war. Der Austausch erfolgte auch nach sechs Jahren auf Kulanz. Eine weitere ältere Kompaktkamera, diesmal von Nikon, machte nach einem Sturz keinen Mucks mehr, und wurde um rund 50 Euro instandgesetzt. In anderen Fällen hätte sich eine Reparatur dagegen nicht gelohnt. Eine Kamera von Sanyo, die vor sechs Jahren bereits um 100 Euro neu gekauft wurde, hätte eine neue Linse gebraucht, um 209 Euro. Es blieb bei einem Kostenvoranschlag, für den 36 Euro verrechnet wurden.

Wer seine Digitalkamera reparieren lassen möchte, dem empfiehlt Peter Gradauer als erstes die Homepage des Herstellers zu besuchen – und dort genau hinzusehen: "Man muss definitiv suchen. Also, Reparatur kommt auf keiner Homepage vor, schon gar nicht auf der Startseite." Fündig wird man meistens in Rubriken, die sich "Service" oder "Support" nennen, allerdings nicht immer auf den österreichischen, sondern erst auf den deutschen Seiten der Hersteller.

Eingeschränkte Nutzerfreundlichkeit
Nach der Nutzerfreundlichkeit des Internetauftritts richtet sich diesmal auch die Bewertung des VKI. Demnach bekamen mit Rollei, Sanyo und Sigma nur drei von 17 Herstellern ein "Sehr gut". Die defekten Kameras gelangen meistens per Post zur Reparaturwerkstätte, oder können bei Vertragshändlern abgegeben werden. Die Wahl der Reparaturwerkstätte ist dabei Sache des Herstellers.

"Es gibt noch freie, unabhängige Werkstätten, die machen aber mehr die analogen, älteren Kameras, und nicht die vollelektronischen Digitalkameras. Wir die Informationen bekommen haben, dass die auch sehr schwer mit Ersatzteilen beliefert werden", so Gradauer.

Details zum Test sind in der Augustausgabe des Konsument nachzulesen.

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