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21.08.2010

Rufnummernanzeigen mit Tücken

Rufnummernanzeigen am Telefon sind heutzutage eindeutig eher die Regel, als die Ausnahme. Jedes gängige Handy und die meisten Festnetztelefonapparate bieten die Möglichkeit, am Display die Rufnummer des Anrufenden zu sehen. Das ist praktisch, wenn man mit bestimmten Personen gerade nicht sprechen, oder einen Anrufer zurückrufen will. Verlassen sollte man sich auf die Rufnummernanzeige allerdings nicht. Diese kann nämlich auch manipuliert werden und das passiert durchaus auch missbräuchlich.


Im Normalfall kann man sich auf die am Telefon angezeigten Rufnummern verlassen, sagt Gregor Goldbacher von der Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde RTR: "In der Regel wird es passen. Wenn mich ein Bekannter, ein Freund, auch ein seriöser Unternehmer anruft, wird die Rufnummer, die am Display angezeigt wird, die richtige sein und man wird auch zurückrufen können unter dieser Rufnummer."

Die heimischen Telefonnetzbetreiber sind laut RTR-Jurist Goldbacher auch dazu verpflichtet, die korrekte Nummer mit dem Anruf mitzuschicken: "Im internationalen Bereich ist das leider nicht so eindeutig. Hier besteht nur die Verpflichtung für die österreichischen Betreiber, jene Rufnummer anzuzeigen, die vom ausländischen Betreiber mit übermittelt wird."

Und das kann laut Goldbacher dazu führen, "dass Rufnummern angezeigt werden, die völlig wertlos sind, die man nicht zurückrufen kann und bei denen der Anrufer auch nicht identifizierbar ist".

Mehrwertnummern und Werbeanrufe
In der Praxis gibt es laut Goldbacher zwei Problembereiche, bei denen diese Rufnummernmanipulation auch tatsächlich angewandt wird. Einerseits werden mit angezeigten Mehrwertnummern kurze Anrufe getätigt, der Empfänger sieht am Telefon einen versäumten Anruf, ist neugierig und versucht zurückzurufen und wenn er sich dazu verleiten lässt diese Verbindung zu halten, können hohe Entgelte anfallen.

Derartige Probleme sind laut RTR-Jurist Goldbacher allerdings mittlerweile eher selten: "Weil diese Verpflichtung der österreichischen Betreiber, die übergebene Rufnummer anzuzeigen, explizit nicht gilt für Mehrwertnummern. Das heißt, Mehrwertnummern dürfen niemals angezeigt werden."

Ein anderer Trick mit manipulierten Rufnummernanzeigen kommt hingegen immer häufiger vor: "Dass Werbeanrufe stattfinden, bei denen versucht wird, irgendwelche Produkte zu verkaufen oder bei Lotteriegesellschaften mitzuspielen etc. und hier wird ganz bewusst oft eine Rufnummer verwendet, die einfach völlig fiktiv ist, wo man nicht zurückrufen kann, um den Betroffenen letztendlich zu erschweren, dieses oft missbräuchliche Verhalten irgendwie zu verfolgen oder abzustellen."

Dieser Trick würde übrigens auch die geplante Novelle des Telekommunikationsgesetzes umgehen, wonach Werbeanrufe mit unterdrückter Rufnummer künftig untersagt werden sollen.

Anzeige erstatten
Wer "Opfer" eines Werbeanrufes mit verfälschter Rufnummernanzeige oder des Mehrwertnummerntricks geworden ist, kann jedenfalls Anzeige bei der zuständigen Fernmeldebehörde erstatten.

Die Erfolgsaussichten sind allerdings "überschaubar", gibt der RTR-Jurist Gregor Goldbacher zu bedenken: "Wenn schon wer mit verfälschten Rufnummern arbeitet ist es natürlich auch für die Strafbehörde oft sehr, sehr schwierig, den konkreten Teilnehmer zu identifizieren und abzustrafen. Also die Erfolgsquoten werden sehr gering sein und wenn es bei Anrufen aus dem Ausland der Fall ist, dann wird es wahrscheinlich fast unmöglich sein."

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Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

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