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21.08.2010

Nicht funktionierender Postnachsendeauftrag

Ist man für einige Zeit nicht an seinem Wohnort kann man sich seine Post nachschicken lassen. Zu diesem Zweck erteilt man – gegen Zahlung einer entsprechenden Gebühr - einen Nachsendeauftrag.


Und dann sollte man sich darauf verlassen können, seine Post dorthin zugestellt zu bekommen, wo man das beauftragt hat. Es kann aber auch ganz anders kommen.

Nachsendeauftrag ins Spital
Nach einem Unfall befindet sich Urszula W. in stationärer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus. Da sie dort längere Zeit verweilen muss, hat sie am 2. August einen Freund beauftragt, einen Nachsendeauftrag ihrer Post ins Spital einrichten zu lassen. Dafür waren bei der Post 15 Euro zu bezahlen. Vier Tage später besuchte sie, erzählt sie, ein Nachbar, …

"…der Zugang zu meinem Briefkasten hat und er hat mit ein paar Briefe mitgebracht."

Da aber Frau W. wusste, dass es – laut Post - drei Arbeitstage dauert bis ein Nachsendeauftrag funktioniert, machte sie sich darüber keine besondere Gedanken.

Post war im Briefkasten
Doch auch als am 9. August noch keine Post ins Krankenhaus kam, rief sie beim Kundenservice an, wo man ihr erklärte...

"...dass wir Urlaubszeit haben und dass dieser Nachsendeauftrag sehr wohl aufscheint und dass es funktioniert."

Doch funktionierte weiter nicht, denn drei Tage später hat Frau Ws. Freund in ihrem Briefkasten nachgesehen.

"Und es hat sich herausgestellt, dass meine gesamte Post in meinem Briefkasten landet."

Beschwerde half Nichts
Wieder kontaktierte Frau W. den Post-Kundendienst:

"Und beim zweiten Mal habe ich herausgefunden, dass mein erster Anruf als 'nicht gerechtfertigt' angesehen wurde weil der zuständige Zusteller gesagt haben soll, dass die Post nachgesendet werde. Und dann wurde ich weiterverbunden, aus der Leitung rausgeflogen."

Und auch auf eine Beschwerdeemail erhielt Frau W. keine Antwort, weshalb sie sich an help wandte.

Unter besonderer Beobachtung
In einer Stellungnahme schreibt uns die Post, dass der "Zusteller glaubhaft versichert, sämtliche Post von Frau W. taggleich nachzusenden." Warum trotzdem Post in Frau Ws. Briefkasten landete, konnte man uns nicht erklären, schreibt aber....

"...dass die Einhaltung des gegenständlichen Nachsendeauftrages von Frau W. die gesamte Dauer lang unter besondere Beobachtung durch die dafür verantwortliche Distributionsleitung gestellt wird. Außerdem wird das Thema Nachsendeauftrag und damit verbundene eventuelle Kommunikationsdefizite in den nächsten Mitarbeiterschulungen in Distribution, Post-Kundenservice und Filialnetz ausführlich methodisch und didaktisch behandelt werden."

Fehler in der Rechnung
Und auf unsere Frage, warum für den Nachsendeauftrag 15 Euro verlangt wurden, obwohl der laut Posttarif nur sieben Euro 90 kostet, schrieb man uns, dass - nach Durchsicht der Kassenunterlagen - festgestellt wurde, man habe "im damaligen vorherrschenden starken Kundenverkehr zu viel verrechnet".

Als Entschuldigung und kleine Wiedergutmachung hat die Post Frau W. nun eine Jahreszusammenstellung Österreichischer Briefmarken im Wert von 70 Euro zugeschickt.

HELP, das Konsumentenmagazin
Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

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