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21.08.2010

Scheidungs-Ratgeber für Frauen

Frauen leisten nach wie vor den größten Teil der Versorgungsarbeit innerhalb der Familie – dadurch bleibt oftmals die eigene Berufskarriere auf der Strecke. Durch eine Scheidung verschärft sich dieses Problem oft, denn Unterhalt wird nur Frauen zugesprochen, die schuldlos an der Scheidung sind und zwei Drittel weniger Einkommen haben als der Ehegatte. Auf was Frauen im Scheidungsfall besonders zu achten haben, was sie durchsetzen können usw. hat die erfahrene Anwältin Helene Klaar, Trägerin des Wiener Frauenpreises, in einem "Scheidungs-Ratgeber für Frauen“ zusammengefasst, der nun in zweiter, aktualisierter Auflage erschienen ist.


Rechtsanwältin Helene Klaar sieht die Ehe ganz nüchtern als Vertrag zwischen zwei Menschen. Folglich ist eine Scheidung die Auflösung dieses Vertrages, die eine Vielzahl von Rechtsfolgen auslöst. Über diese Rechtsfolgen will die Familienrechtsexpertin mit ihrem "Scheidungs-Ratgeber für Frauen" aufklären. Zahlreiche konkrete Erläuterungen sowie entsprechende Gesetzestexte geben Aufschluss darüber, wie Frauen den Scheidungsprozess am besten regeln.

Eine existentielle Krise
Die Tipps reichen vom Verhalten vor Gericht über die Klärung der Schuldfrage und die Obsorge für gemeinsame Kinder bis hin zu Unterhaltsansprüchen.

Helene Klaar: "Es ist die Scheidung für die Frauen eine existentielle Krise, die sie in allen Lebensbereichen betrifft, aber natürlich auch sehr in den finanziellen und beruflichen Belangen - nur wird das von der ersten Kränkung oft so überlagert, dass Frauen diesen wirtschaftlichen Fragen oft sogar zu wenig Achtsamkeit schenken, weil sie von der Kränkung noch so betroffen sind."

Frauen rechtlich benachteiligt
Dass es Bedarf gibt, einen Scheidungs-Ratgeber speziell für Frauen zu schreiben, wirft die Frage auf, ob auch die rechtliche Gleichberechtigung in Österreich tatsächlich noch immer gravierende Mängel aufweist?

Helene Klaar: "Es hat eine Vielzahl von gesetzlichen Veränderungen gegeben, und mit Ausnahme von Verbesserungen im Bereich des Gewaltschutzes sind alle für Frauen nachteilig. Also es ist in den letzten Jahren nicht nur für Frauen nichts geschehen, sondern es werden sukzessive die Frauenrechte wieder rückgebaut."

Frauen trifft eine Scheidung in der Regel härter
Eine Scheidung betrifft immer beide Partner und ist wohl in den meisten Fällen auch für den Mann keine einfache Situation. Es gibt mittlerweile auch Vereinigungen in Österreich, die sich für die Rechte geschiedener Ehemänner und Väter einsetzen.

Trotzdem sind es noch immer die Frauen, die eine Scheidung in der Regel härter trifft, so Rechtsanwältin Klaar: "Es ist sicher so, dass das Scheitern einer Ehe auch für einen Mann außerordentlich kränkend ist, es erschüttert aber nie in der gleichen Weise die Grundlagen seiner Existenz wie bei einer Frau. In der Regel hat der Mann einen Beruf, mit dem er sein Auslangen findet. Natürlich hat er Unterhaltspflichten, und natürlich ist auch eine Trennung von den Kindern im Alltag für einen Mann, der seine Kinder liebt, schwer zu verkraften. Aber selten fällt für einen von einer Scheidung unerwartet betroffenen Mann so der Boden aus der Welt raus wie für eine Frau in dieser Lage."

Linde-Verlag: Scheidungsratgeber für Frauen

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