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Supermarkt-Jauseneier mit problematischen Farbstoffen / Bild: APA
28.08.2010

Supermarkt- Jauseneier mit problematischen Farbstoffen

Gekochte Eier aus dem Supermarkt sind gefärbt – nicht nur zu Ostern. Die Farben sind zwar subtiler und scheinen eher einem einheitlichen Produktauftritt als festlicher Dekoration zu dienen, manche der verwendeten Ganzjahresfarbstoffe sind jedoch genauso problematisch wie die österlichen Varianten, kritisiert Greenpeace.


Ein Testeinkauf der Umweltschützer hat außerdem ergeben, dass in einem Fall gegen die Kennzeichnungsverordnung verstoßen wurde.

"Nicht empfehlenswert"
Testeinkäufe von gekochten und gefärbten Eiern zu Ostern haben bei Greenpeace mittlerweile Tradition. Jetzt haben die Umweltschützer auch die immer häufiger ganzjährig anzutreffenden gefärbten Jauseneier unter die Lupe genommen. Die Bilanz fasst Greenpeace-Sprecherin Claudia Sprinz zusammen: "Wir haben sechs verschiedene Produkte gefunden, und keines dieser Produkte ist so empfehlenswert, dass wir sie verantwortungsbewussten Konsumenten empfehlen würden."

Und das gleich aus mehreren Gründen. Erstens handelt es sich ausschließlich um konventionelle Produkte, so Sprinz. "Aufgrund einer Lücke bei der Kennzeichnung müssen die Futtermittel bei tierischen Produkten nicht angegeben werden, und bei vielen Hennen ist es so, dass die Hersteller mit Gentechfutter füttern."

Bedenkliche Farbstoffe
Außerdem ist das AMA-Siegel, das eine Herkunft aus Österreich garantiert, nur auf zwei Produkten zu finden. Andere rot-weiß-rote Kennzeichnungen seien nicht aussagekräftig, so Claudia Sprinz. Besonders problematisch aus Sicht der Umweltschützer: Die Verbraucher merken unter Umständen nicht, dass es sich um gefärbte Eier handelt. "Manche Produkte sehen so aus, als seien das braune, gekochte Eier, wenn ich da nicht genau auf das Kleingedruckte schaue, dann erkenne ich das gar nicht", kritisiert Sprinz.

Wer doch genauer hinsieht, findet dort teilweise Inhaltsstoffe, die von Greenpeace immer wieder kritisiert werden. Zum Beispiel E127, ein roter Farbstoff namens Erytrosin, der unter anderem in Verdacht steht Allergien auszulösen, nierenschädigend zu wirken und in der EU als "gesundheitsschädlich beim Verschlucken" eingestuft ist. Zwei der sechs untersuchten Produkte enthielten diesen Farbstoff, gekauft wurden beide in einer Billa-Filiale von.

Kein Verstoß, nur Versehen
Ein weiteres Produkt, diesmal bei Zielpunkt erstanden, enthielt laut Verpackung die Farbstoffe E104, Chinolingelb, und E110, Gelborange S. Das sind zwei Azofarbstoffe, die seit dem 20. Juli in der EU mit dem Warnhinweis "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" versehen werden müssen. "Auf diesem Produkt war diese Kennzeichnung aber nicht zu sehen. Ablaufdatum dieses Produktes ist der 20 September", so Greenpeace-Sprecherin Claudia Sprinz.

Der Hersteller erklärte diesen Verstoß gegen die Kennzeichnungsverordnung gegenüber help als ein bedauerliches Versehen. Wegen eines Engpasses an Verpackungsmaterialien seien ohne Rücksprache mit der Geschäftsführung ältere Verpackungen verwendet worden. Beide Farbstoffe würden bereits seit 2008 nicht mehr verwendet. Zielpunkt werde der Sache nachgehen, hieß es in einer Stellungnahme.

Besser selber kochen
Greenpeace empfiehlt, Eier lieber selber zu kochen und auf gefärbte Eier zu verzichten. Das sei sogar wirtschaftlicher: Selbst wenn dabei Bioeier verwendet werden, liegen die Stückkosten meistens unter denen der gekochten Eier aus dem Supermarkt.

externen Link öffnenMarktcheck.at: Produktliste Jauseneier

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