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19.02.2005

Werbung in neuen Hausbriefkästen

Mit zunehmender Liberalisierung des Postmarktes und steigenden Umrüstungszahlen bei Hausbriefkästen wird die Werbeflut zunehmen. Die Neuerungen im Postwesen bringen auch Änderungen bei den Maßnahmen gegen unerwünschte Werbung mit sich.


Ab 1. Jänner 2006 werden Sendungen ab 50 Gramm auch für private Zusteller freigegeben. Ob es zu einer Vollliberalisierung kommt oder nicht, ist heute noch offen. Postsendungen bis 20 Gramm machen für die Post das Hauptgeschäft aus.

Schleppender Austausch
Mitte 2006 sollte der, per Postgesetznovelle 2003 verordnete Austausch der alten Sammelbriefkästen abgeschlossen sein. Bisher wurden gerade drei Prozent umgerüstet.

Die alten Hausbriefkästen können nur von der Post benutzt werden, private Zusteller, die heute schon adressierte Sendungen über 100 Gramm zustellen dürften, müssten die Sendungen vor der Wohnungs- oder Haustüre ablegen. Daher hat die Post in diesem Sektor noch kaum Konkurrenz. Das wird sich allmählich ändern. Mit privaten Zustellern kommt auch mehr Werbung ins Haus.

Robinsonliste
Vor adressierter Werbung schützt, wenn auch nicht lückenlos, die Eintragung in die Robinson-Liste. Ein formloses Schreiben an die Bundeswirtschaftskammer, Fachverband Werbung, reicht. Kommerzielle Adressenhändler sollten diese Eintragung respektieren und die Adresse nicht für Werbezwecke weitergeben.
Wer Namen und Adresse aber unvorsichtig bei einem Gewinnspiel oder einer Internet-Bestellung für Werbezwecke frei gibt, darf sich über einschlägige Post nicht wundern.

externen Link öffnenWirtschaftskammer - Fachverband Werbung: Robinsonliste

Unadressierte
Für unadressierte Werbung, die ganz ohne Anschrift oder "An einen Haushalt" gerichtet ist, gibt es eine Einigung aller Zustellerorganisationen, dass es in Zukunft nur noch einen einheitlichen Kleber geben soll, mit dem man generell seinen Verzicht auf unadressierte Werbung kundtut.

Den neuen, moderner gestylten Aufkleber für den Briefkasten mit der Aufschrift "Bitte keine unadressierte Werbung" wird es ab April geben. Er ist auch bei der Wirtschaftskammer, Fachverband Werbung anzufordern.

Das alte Pickerl, das jetzt noch verschickt wird, erfüllt denselben Zweck.

Teiladressierte Werbung
Gegen eine relativ neue Art von Werbezusendungen, die immer beliebter werden, hilft allerdings weder die Robinson-Liste noch ein Aufkleber – und das ist die teiladressierte Werbung oder Info. Post select.

Diese Werbung richtet sich an einen "Cleveren Haushalt", an "Hundebesitzer" oder "Kinderreiche Familien", ohne Namen aber mit genauer Adresse.

Diese Sendungen werden laut Mag. Manuela Böhm, Leiterin der Post-Abteilung Brief und Infomail Marketing als adressierte Sendungen und nicht als unadressierte Werbung behandelt.

Zurück an den Absender
Die einzige Gegenmaßnahme gegen teiladressierte Werbung: Die Sendung – ungeöffnet, wohlgemerkt - zurück an den Absender schicken.

Das wird bei den neuen Brieffach-Anlagen schwierig. Denn da kann zwar jeder etwas einwerfen, aber nur der Besitzer etwas herausnehmen. Es funktioniert also nicht mehr, unerwünschte Werbezusendungen mit dem Vermerk "Zurück an den Absender" einfach im Briefkasten liegen zu lassen. Da der Briefträger die Zusendungen nicht mehr mitnehmen kann, müssen sie künftig – erklärt Mag. Böhm von der Post, in den nächsten Postkasten geworfen werden. Von der Post wird aber nur zurück genommen, was von ihr zugestellt wurde.
Diese Sendungen erkennt man an der Aufschrift "Österreichische Post AG Infomail, Postentgelt bezahlt".

Wie private Zusteller dieses Problem handhaben werden, weiß heute noch niemand. Da könne man nur den Absender fragen, wie er sich das vorstellt, erklärt die Postmitarbeiterin. Es komme derzeit noch nicht sehr oft vor, aber das sei ein Punkt, der auch der Post einige Sorgen bereite.

AK-Forderung
Damit wer immer es will auch zukünftig vor Werbezusendungen verschont bleibt, fordert AK-Konsumentenschützer Harald Glatz, dass auch für diese teiladressierten Sendungen die bereits bestehenden Gegenmaßnahmen gelten sollen.

Entweder müsse die Eintragung in die Robinsonliste auch dann zum Tragen kommen, wenn kein Name und nur die Adresse angeführt sei oder man müsse diese Werbung wie unadressierte Werbung behandeln.

HELP, das Konsumentenmagazin
Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

Link öffnenhelp@orf.at

Artikel lesen"Werbung, nein danke"-Pickerl für Briefkasten (04.11.2004)

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