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Maklerprovisionen in Österreich viel zu hoch / Bild: ORF
09.04.2004

MAKLERPROVISIONEN VIEL ZU HOCH

Österreich ist bei den Maklerprovisionen für Mietwohnungen im gesamten EU-Raum einsame Spitze. Die AK fordert eine Korrektur nach unten.

Maklerfreundliche Verordnung
Nach Ansicht der AK ist die bestehende Makler-Verordnung für die fetten Provisionen verantwortlich. Denn dort sind die erlaubten Höchstsätze festgelegt und die sind so hoch wie in keinem anderen Land Europas.

Zusätzlich zu den hohen Provisionssätze wird laut AK auch noch jede zweite Provision falsch berechnet, zugunsten der Makler, sodass sie letztlich höher ausfällt, als eigentlich vom Gesetz erlaubt.

Die erlaubte Maklerprovision
In Österreich ist die Maklerprovision mit maximal drei Monats-Gesamtmieten festgelegt - inklusive Hausbetriebskosten aber ohne die auf die Miete entfallende Mehrwertsteuer.

Die AK-Untersuchung
Die AK hat bei 200 von Maklern inserierten Mietwohnungen Telefonerhebungen und Wohnungsbesichtigungen vorgenommen.

Für eine Wohnung unter 100 Quadratmetern haben Makler im Durchschnitt 2.370 Euro (33 Euro pro Quadratmeter) brutto als Provision von den Mietern verlangt, für eine Wohnung über 100 Quadratmeter 5.680 Euro brutto (40 Euro pro Quadratmeter).

Nur 15 Prozent der Makler verlangten nicht die maximal zulässige Provision.

Falsche Berechnungen
Jeder zweite Makler rechnete falsch und zu hoch. Und zwar wurde die Mehrwertsteuer auf den Mietzins nicht abgezogen, bevor die Mehrwertsteuer für die Maklerdienstleistung dazugerechnet wurde.

Etliche Makler haben auch die Kosten für die Heizung und Warmwasserbereitung zur Provisionsberechnung mit einbezogen.

Stellungnahme der Standesvertretung
"Die von der Arbeiterkammer geforderte Senkung der gesetzlichen Höchstgrenze für Maklerprovisionen wird vom Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich abgelehnt " - erklärte Obmann Franz Stiller in einer Presseaussendung.

Die Vermittlung durch einen Makler biete Sicherheit und jeder Konsument könne sich frei entscheiden, ob er die Dienste eines Vermittlers in Anspruch nehmen will oder nicht. Die Vermittlungsleistungen werden transparent ausgewiesen und fair verrechnet - so der Standesvertreter.

Franz Stiller fordert eine qualifizierte Untersuchung und eine Gegenüberstellung, weil man den Vergleich nicht scheue.

Maklerprovisionen im europäischen Vergleich
Prozent der Jahresmiete:

Österreich: 22,7 Prozent
Deutschland: 13,10 Prozent
Finnland: 8,33 Prozent
Dänemark: 6,25 Prozent
Frankreich: 4,50 Prozent
Luxemburg: 4,17 Prozent
Italien: 3,50 Prozent
Schweden: 1,75 Prozent

In Belgien, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, in Norwegen und auch in der Schweiz ist die Einschaltung von Maklern nicht üblich. Dort kümmern sich die Hausverwaltungen um die Weitervermietungen und wird doch ein Vermittler beschäftigt, zahlt der Vermieter die Provision.

externen Link öffnenAK: Maklerprovisionen müssen runter

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