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18.11.2006

Werbung für Verzicht auf Werbeverzicht

Wer nicht möchte, dass sein Briefkasten mit flächendeckend verschicktem Werbematerial verstopft wird, macht das mit einem Aufkleber deutlich.


All jene, die solch eine Werbeverzichtspickerl angebracht haben bekamen aber nun jüngst ganz spezielle Werbung zugestellt. Von der Post.

Auf Verzichtskleber verzichten
Martina P. möchte von unerwünschtem Werbematerial verschont werden und hat deshalb auf ihrem Briefkasten einen "Bitte keine unadressierte Werbung"- Kleber angebracht. Vor einer Woche, erzählt sie, erhielt sie eine Zusendung der Infomail-Marketingabteilung der Post:

"Nur betitelt mit 'an die Bewohner' und dann wurde die genaue Adresse angegeben."

Enthalten war eine Informationsbroschüre, die Antworten auf die "wichtigsten Fragen rund um den Briefkasten" versprach, sowie ein Schreiben:

"Wo man mich auffordert, doch die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, den Verzichtskleber zu entfernen, die Post bietet mir auch an, dass sie selbst diesen Verzichtskleber entfernt."

Rabatt-Gutscheinheft als Dankeschön
In den Österreichweit verschickten Zusendungen des Post-Marketings wird aber auch noch ein Angebot gemacht, berichtet Elfie F. auf deren Briefkasten ebenfalls ein Werbeverzichtspickerl klebt:

"Nämlich, dass, wenn ich auf dieses Anti-Werbe-Pickerl verzichte, dass ich ein Rabatt-Gutscheinheft im Wert von 60 Euro bekomme und an einer Verlosung teilnehme, wo ein iPod und eine Espressomaschine verlost wird."

Verärgert über solche Post von der Post ist auch Hans H:

"Wenn ich ein Pickerl hab, einen Aufkleber, dass ich keine Werbung haben will, dann erwart ich, dass sich die Firmen daran halten."

Pickerl noch vom Vormieter
Die Leiterin der Post-Marketingabteilung, Manuela Böhm, begründet die Werbeaktion für das Entfernen der Werbe-Verzichtskleber damit, dass es in letzter Zeit vermehrt Anfragen zum Thema "Werbeverzicht" und "neue Postfächer" gegeben habe und sagt auch:

"Wir haben auch eine große Studie gemacht und haben festgestellt, dass nicht alle, die einen Werbeverzichtskleber oder ein rotes Schild auf ihrem Postfach haben, wirklich keine Werbung haben möchten."

Weiters sagt die Marketingchefin der Post, man habe auch deshalb alle Werbematerialverweigerer angeschrieben, weil es die Werbeverzichtsaufkleber" nun schon 15 Jahre gebe und sie deshalb teilweise noch vom Vormieter stammen könnten und weil manche neuen Briefkästen automatisch mit einem roten Schild, das auch als Verzichtserklärung gilt, ausgeliefert wurden.

Keine Werbeflut erwartet
Schließlich glaubt Manuela Böhm auch noch, dass auch die Umstellung auf für alle Zusteller benützbare Hausbriefkästen keine Überflutung mit Werbung bringen wird:

"Wir haben die Zahlen vom Markt und es werden pro Tag im Durchschnitt fünf Prospekte zugestellt. Und es ist auch nicht mit einer Zunahme zu rechnen, denn das Geld der Unternehmen wird ja nicht mehr, nur weil ein Brieffach umgestellt wird."

Für jene, die sich von der Werbung für den Verzicht auf Werbeverzicht nicht beeindrucken lassen, gibt es übrigens einen einheitlichen Aufkleber auf dessen Beachtung sich alle Postzustellunternehmen geeinigt haben.

externen Link öffnenEinheitlicher Kleber gegen Postwurfsendungen

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