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AK: Sparzinsen niedrig, Information dürftig / Bild: APA
02.02.2010

AK: Sparzinsen niedrig, Information dürftig

Bei gebundenen Sparbüchern sind die Zinsen sehr niedrig, Verhandeln bringt kaum etwas, und die Informationen über die Sparprodukte sind spärlich und teils lückenhaft. Das zeigte der aktuelle AK-Zinsentest bei neun Banken.


Informationen über die Art der Zinsanpassung und die Einlagensicherung erhielten die Testerinnen und Tester der Arbeiterkammer beim Mystery-Shopping nur zögernd und lückenhaft. Auch an den schriftlichen Informationen gibt es Kritik.

Die AK verlangt bessere und klare Angaben etwa über die sogenannten Vorschusszinsen bei vorzeitiger Behebung eines gebundenen Sparbetrages und die Einlagensicherung bei Eröffnung eines Sparbuches.

Für 10.000 Euro Sparbetrag boten die Banken durchschnittlich 0,125 Prozent (ohne Kapitalertragssteuer). Laut Arbeiterkammer gebe es bei den niedrigen Zinsen auch kaum einen Verhandlungsspielraum.

Sparzinsen im AK-Vergleich

Spärliche Auskünfte
Wie die Zinsen angepasst werden, blieb meist im Verborgenen. Erst auf Nachfragen wurden die AK-Tester auf Unterlagen verwiesen oder erhielten diese ausgehändigt. Auch die Angaben über die Einlagensicherung waren unvollständig.

Probleme gab es auch bei den schriftlichen Informationen. In nur zwei von neun Sparbüchern fanden sich die Informationen über die Einlagensicherung. Bei zwei weiteren Banken gab es die Infos am Konditionenblatt, bei fünf Banken nur auf Nachfrage. Nur zwei von neun Sparbüchern enthielten die Aufklärung über die Vorschusszinsen bei vorzeitiger Behebung. Und drei von neun Banken gaben keine Sparbuch- oder Vertragsbedingungen her.

Schließungsspesen mitunter höher als Ertrag
Wer sein Sparbuch schließt, zahlt teure Schließungsspesen. "Sie fallen bei den mickrigen Zinsen ins Gewicht", sagt Kollmann. Drei von neun Banken verrechneten 2,48 (Erste Bank) bis fünf Euro (Hypo NÖ und Wien).

Bei durchschnittlich 0,125 Prozent Zinsen beträgt der Zinsertrag nach Abzug der Kapitalertragssteuer 4,688 Euro (bei 10.000 Euro und einer sechsmonatigen Bindung). Bei Schließungsspesen von mehr als 4,7 Euro und den niedrigen Zinsen steigen Sparer bereits nach einem halben Jahr mit einem Verlust aus, so die AK.

Ein Vergleich zwischen Angeboten verschiedener Banken lohnt sich jedenfalls, denn es gibt Zinsunterschiede von bis zu 1,6 Prozent.

Tipps der AK Konsumentenschützerin
  • Der Verhandlungsspielraum bei den Zinsen ist derzeit sehr eingeschränkt. Der Grund dafür ist das aktuell sehr tiefe Zinsniveau. So bald die Zinsen steigen, sollten Sie mit Ihrer Bank neu verhandeln. Sie sind in einer besseren Verhandlungsposition, wenn sie langjähriger Kunde sind und mehrere Produkte bei einer Bank haben.
  • Achten Sie bei einem gebundenen Sparbuch auf die Vorschusszinsen-Falle. Die Vorschusszinsen betragen ein Promille pro Monat der nicht eingehaltenen Bindungsfrist vom behobenen Betrag. Fragen Sie Ihren Berater, wann Beträge vorschusszinsenfrei behoben werden können.
  • Sparbuch-Schließungsspesen müssen im Sparbuch wirksam vereinbart werden. Fehlt diese Vereinbarung, dürfen keine Kosten verrechnet werden.
  • Verhandeln Sie bei den Sparbuch-Schließungsspesen, speziell wenn Sie das Geld auf ein neues Sparbuch beim selben Institut legen.
  • Wenn Sie das Sparbuch verloren haben, informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Bank. Sie sollten unbedingt die Sparbuch-Kontonummer und die Sparbuch-Bezeichnung gesondert vermerken, damit im Falle eines Verlustes genaue Angaben möglich sind.

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