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30.03.2010

Große Preisunterschiede bei Nebenkosten für Strom und Gas

Eine Studie der Energieagentur im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) zeigt: Strom- und Gasanbieter sind bei der Preisgestaltung der Nebenkosten sehr erfinderisch. Dazu zählen beispielsweise Aus-und Einschaltkosten, Mahnspesen, Zahlscheingebühren, Gebühren für Ratenzahlungen und Inkassokosten. Das Ein- und Ausschalten der Energiezufuhr kostet zum Beispiel bis zu 72 Euro und für eine Mahnung müssen bis zu fünf Euro bezahlt werden.


Die AK fordert ein "Schutzpaket für Energiekonsumenten" in dem unter anderem eine bundesweite Höchstpreisregelung für Nebengebühren durch die Regulierungsbehörde getroffen werden soll.

Hohe Heizkosten
Die Heizkosten-Rechnungen werden heuer auf Grund des langen Winters höher ausfallen. Viele wüssten nicht, wie sie ihre Energierechnungen zahlen sollen. Sie treffe es doppelt, wenn sie noch durch teure Nebengebühren belastet werden, sagt Silvia Angelo, Leiterin der AK Wirtschaftsabteilung.

Sie rät Konsumenten, ihren Energieverbrauch sorgsam zu überprüfen und Preise zu vergleichen. Dabei könne man sich Einiges ersparen.

Preisvergleich
Die Preisunterschiede bei den einzelnen Energie-Anbietern sind groß. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch machen sie sowohl bei Strom als auch bei Gas bis zu 100 Euro aus.

Auf Grund von Rabatten gebe es sehr viel Bewegung bei den Preisen, sagt Angelo, weshalb sich regelmäßige Preisvergleiche lohnen.

Hohe Nebenspesen
Die AK Studie zeigt: Bei Strom und Gas gibt es je nach Netzbetreiber massive Unterschiede bei den Nebenkosten. Darunter fallen bei Strom beispielsweise Aus-und Einschaltkosten, Mahnspesen, Zahlscheingebühren, Gebühren für Ratenzahlungen, Inkassokosten oder die Montage von Prepayment-Zählern.

Bei Strom und Gas machen die Aus- und Einschaltkosten in der Normalarbeitszeit bis zu 72 Euro aus und die Mahnspesen für die erste Mahnung kosten bis zu fünf Euro.

Wer auf jeden Euro schauen muss und mit seiner Energierechnung in Zahlungsverzug kommt, müsse oft auch noch beträchtliche Nebenkosten zahlen, kritisiert Angelo.

Aufteilung
Die AK Studie zeigt außerdem: Bei einem durchschnittlichen Haushaltsverbrauch bei Strom machen die Steuern und Abgaben ein Drittel der Kosten aus, ein Drittel entfällt auf Netzkosten und ein Drittel sind reine Energiekosten.

Bei Gas haben die Energiekosten einen Anteil von 50 Prozent, die Netzkosten sowie Steuern und Abgaben jeweils einen Anteil von rund 25 Prozent an den Gesamtkosten.

AK-Forderungen
Die AK fordert ein "Schutzpaket für Energiekonsumenten" wo unter anderem eine bundesweite Höchstpreisregelung für Nebengebühren durch die Regulierungsbehörde getroffen werden soll. Ratenzahlungspläne müssten kostenlos sein. Einkommensschwache Haushalte gerieten öfter in Zahlungsverzug und kämen so leichter in eine Schuldenspirale.

Gesetzlich geregelt werden sollten Mahnverfahren, die Energie-Abschaltung soll erst nach mindestens zwei schriftlichen Mahnungen möglich sein. Dann sollte die Abschaltung mit einer entsprechenden Frist per eingeschriebenem Brief angedroht werden.

Senkung der Vorauszahlungen
Weiters sollen hohe Vorauszahlungen als Sicherstellung begrenzt werden. Wer eine schlechte Bonität habe, müsse oft als Sicherheitsleistung mehrere Teilbeträge vorauszahlen. Derartige hohe Beträge könnten Einkommensschwache meist nicht vorfinanzieren. Es sollte daher als Vorauszahlungspflicht maximal eine Monatsrate erlaubt sein, diese müsse dem zu erwartenden Verbrauch entsprechen. Zudem dürften von Personen mit schlechter Bonität keine Risikozuschläge verlangt werden.

Meldesystem
Die Energieversorger sollten dem Regulator Daten zur Zahl der Abschaltungen und Ratenzahlungsverfahren übermitteln. Dieser solle dann einen Bericht erstellen, der zeige, welche Konsumentengruppen gefährdet sind. Ergebe sich aus diesem Bericht Handlungsbedarf, soll eine gänzliche oder teilweise Befreiung von den Strom-Netzgebühren verordnet werden.

Verlangt wird von der AK schließlich auch noch eine Neuauflage des "Sanierungsschecks" aus dem Jahr 2009 sowie die Ausweitung auf mehrgeschoßige Zinshäuser.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Energiearmut und für mehr Verbraucherrechte sollten bis zum Herbst mit dem dritten EU-Energie-Binnenmarktpaket in Österreich umgesetzt sein, fordert die AK.

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