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11.04.2010

Energiesparlampen: Qualität oft nur "ausreichend"

Die deutsche Stiftung Warentest hat Energiesparlampen getestet und nur drei von 28 geprüften Modellen als "gut" bewertet. Zwei Drittel waren nur "ausreichend" und sechs sogar "mangelhaft".


Auch große Marken haben demnach schwache Produkte im Test. Hauptgrund für Kritik sind massive Probleme in den Dauerprüfungen, vor allem schnell nachlassende Leuchtkraft und geringe Schaltfestigkeit.

Getestet wurden 28 Energiesparlampen mit "warmweißem" Licht (zirka 2 700 Kelvin Farbtemperatur) und verschiedenen Helligkeiten, ausgedrückt als Lichtstrom von 100 bis 1 300 Lumen. Die Preise liegen zwischen zwei und 28 Euro.

Kurze Lebensdauer
Da Energiesparlampen technisch bedingt mit der Zeit bei gleichem Stromverbrauch an Helligkeit verlieren, werden sie mit der Zeit ineffizienter. Sobald eine Lampe im Test nur noch 80 Prozent ihrer Anfangshelligkeit aufwies, galt ihre Nutzlebensdauer als beendet.

Bei fast jeder zweiten geprüften Lampe war das schon nach weniger als 3.000 Stunden der Fall. Manche kamen nicht einmal auf 1.000 Stunden. Das entspricht laut Stiftung Warentest der Lebensdauer herkömmlicher Glühbirnen. Ein Großteil der Lampen fiel außerdem bereits nach weniger als 6 000 Brennstunden ganz aus. Das ist weit entfernt von den deklarierten Angaben auf der Verpackung. Da versprechen die Hersteller oft 10.000 Stunden und mehr.

Große Unterschiede bei Schaltfestigkeit
Viele getestete Lampen überstanden keine 10.000 Schaltzyklen, manche waren schon nach 5.000 Mal An- und Ausschalten kaputt. In einem vielfrequentierten Treppenhaus etwa wären derartige Lampen nach wenigen Monaten auszutauschen. Die besten Modelle erreichen hingegen mehr als 70.000 Zyklen.

Einige brauchen Energiesparlampen brauchen sehr lange, um ihre volle Helligkeit zu erreichen. Wer seine Lampe draußen einsetzen möchte, sollte zudem auf das Temperaturverhalten achten, damit sie auch bei Minusgraden funktioniert.

Falsche Farben
Viele "warmweiße" Leuchtstofflampen verfälschen Farben, insbesondere Rottöne. Ein roter Teppich erscheint zum Beispiel etwas bräunlich. Wer eine möglichst natürliche Farbwiedergabe wünscht, sollte zu "neutralweißen" oder "tageslichtweißen" Lampen mit Farbkennzahl 940 oder 965 greifen, da diese das Problem nicht haben.

Gesamtenergiebilanz günstig
Zum ersten Mal haben die Tester auch den Primärenergiebedarf jeder Lampe ermittelt. Das ist die Menge Energie, die aufgewandt werden muss, um die Lampe herzustellen, sie leuchten zu lassen und später zu entsorgen. Die Prüfingenieure setzten den ermittelten Wert in Relation zur erzeugten Lichtmenge in der Nutzlebensdauer.

Herkömmliche Glühlampen wären nach diesem Maßstab "mangelhaft". Die meisten getesteten Energiesparlampen schnitten dagegen mit "gut"oder "sehr gut" ab. Nur zwei Reflektorlampen erreichten in diesem Prüfpunkt nur ein "Ausreichend".

Quecksilber als Problem
Energiesparlampen enthalten giftiges Quecksilber. Sie müssen daher recycelt werden. Doch laut Deutscher Umwelthilfe landeten 2007 rund 90 Prozent der privat genutzten Lampen im Hausmüll. Oft zerbrechen sie bei dieser Entsorgung, sodass Quecksilber in die Umwelt gelangt. Je weniger Quecksilber eine Lampe daher in Bezug auf ihre abgegebene Lichtmenge enthält, desto besser.

Das Ergebnis enttäuscht: Die Hälfte der getesteten Energiesparlampen war "mangelhaft". Dass muss aber nicht so sein. Immerhin drei Lampen schafften in diesem Prüfpunkt sogar ein "Seht gut".

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