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Auswirkungen der Cosmos-Pleite auf Geräteversicherungen / Bild: APA
15.05.2010

Auswirkungen der Cosmos-Pleite auf Geräteversicherungen

Nach dem Konkurs der Elektrohandelskette Cosmos gibt es nach wie vor Unklarheiten, was mit den zahlreichen verkauften Geräteversicherungen passiert. Die Generali-Versicherung und der Vermittler Itonia lehnen Schadensabwicklungen offenbar häufig ab und verweisen auf die Konkursmasse. Der VKI hat jetzt beide Unternehmen geklagt, da nach Meinung der Konsumentenschützer die Ansprüche der Kunden gegenüber der Versicherung zulässig sind.


Bis die Prozesse aber entschieden sind, bleibt die Frage, was zu tun ist, wenn man eine bei Cosmos abgeschlossene Geräteversicherung hat, und das versicherte Gerät schadhaft wird.

Geräteversicherung ohne Leistung
Cosmos-Schutzbriefe waren eine Art Geräteversicherung für vier oder sechs Jahre, die Kunden beim Kauf eines Gerätes gegen Zusatzgebühr abschließen konnten. Nachdem Cosmos im Jänner in Konkurs gegangen war, erlebten zahlreiche Besitzer derartiger Versicherungen eine böse Überraschung: bei defekten Geräten wurde eine Übernahme der Kosten häufig mit Hinweis auf den Cosmos-Konkurs abgelehnt.

Nach Ansicht des Vereins für Konsumenteninformation hätten betroffene Cosmos-Kunden aber durchaus Ansprüche und zwar gegenüber der Generali-Versicherung, die hinter den Schutzbriefen steht, und gegenüber der Firma Itonia, die als Vermittler zwischen Cosmos und Generali aktiv war.

"Tausende Kulanzen"
Anfang März erklärte Itonia noch help gegenüber, man werde sich bemühen, "die vorliegenden Fälle kulant zu lösen". Auf eine neuerliche Anfrage hieß es in einem Antwortschreiben jetzt jedoch: "Wir tun unser Möglichstes, sind aber vom Ansturm der Cosmos Kunden völlig überrannt worden. ... Wir haben in der Zwischenzeit weit mehr als tausend Kulanzen freigegeben und haben noch mehrere tausend in der Warteschlange – mehr können wir nicht tun da die Lage nun für uns existenzgefährdend wird."

Erste Klage eingebracht
Von den "mehr als tausend Kulanzen" weiß man beim VKI allerdings nichts und Gespräche zwischen Generali, Itonia, Masseverwalter und den Konsumentenschützern vor rund zwei Monaten, haben laut VKI-Juristin Ulrike Wolf zu keinem Ergebnis geführt: "Es hat sich nicht wirklich eine Lösung für die Cosmosschutzbrief-Inhaber ergeben. Die Generali hält sich nach wie vor bedeckt, von Seiten der Firma Itonia wissen wir, dass auch hier die Kunden immer in der Regel ein ablehnendes Schreiben bekommen."

Aus diesem Grund wurde auch schon eine VKI-Klage gegen die Versicherung und den Vermittler eingebracht, der voraussichtlich noch weitere Klagen folgen werden.

Artikel lesenVKI klagt wegen Cosmos-Geräteversicherungen

Was tun bei Schadensfällen?
Bis dies zu einer Klärung führt, kann man betroffenen Konsumenten nur raten, einen eventuellen Geräteschaden der Firma Itonia zu melden und seine Schadensabwicklungsansprüche vom Masseverwalter abtreten zu lassen, sagt VKI-Expertin Wolf.

Sonst kann man laut Wolf Betroffenen nur empfehlen, "wenn sie eine Rechtsschutzversicherung haben, um Deckungszusage ersuchen und den Anspruch einklagen, bzw. jetzt unsere Musterprozesse abwarten, weil wenn hier das Gericht unsere Meinung vertritt, dann glauben wir doch, dass die Generali hier dann einlenken wird und den Kunden eine Lösung anbieten wird."

Das dürfte allerdings noch einige Zeit dauern.

Defektes Gerät aufheben
Wer jetzt ein defektes, bei Cosmos gekauftes Gerät mit entsprechendem Schutzbrief hat, sollte, wenn nötig, vorerst auf eigene Kosten eine Reparatur durchführen lassen, sagt Ulrike Wolf: "Oder man muss sich ein Ersatzgerät anschaffen, aber dann ist es wichtig, dass man das defekte Gerät aus Beweisgründen auch wirklich aufhebt."

Was bei einem mp3-Player kein Problem, bei einem Geschirrspüler aber schon schwieriger sein dürfte.

Nicht alle Schutzbriefe betroffen
Von den Problemen nicht betroffen sind übrigens Geräteversicherungen, die nach dem 1. September 2009 abgeschlossen wurden. Bei Schutzbriefen ab diesem Zeitpunkt bis Ende 2009 dürfte die Generali Schadensfälle abwickeln und ab 1. Jänner 2010 ist die Zürich-Versicherung zuständig, die ebenfalls Schadensabwicklungen zugesagt hat.

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