Logo Arbeiterkammer
Hauptnavigation weiter zur Übersicht aller aktuellen Tests nützliche Links und hilfreiche Adressen zur Startseite
zur Übersicht aktueller News
06.07.2010

Mehr Rechte für Schiffsreisende

Passagiere, die per Schiff und Bus reisen, sollen - nach dem Vorbild der Passagierrechte im Flugverkehr - mehr Rechte bekommen. Die geplanten neuen Rechtsvorschriften betreffen Entschädigungen bei Verspätungen, Zahlungen bei Unfällen und Hilfeleistungen für behinderte Fahrgäste. Während für Schiffsreisen mit den EU-Verkehrsministern eine Einigung erzielt werden konnte, gibt es in puncto Fahrgastrechte im Busverkehr noch immer divergierende Meinungen. Diese Verhandlungen werden voraussichtlich bis in den Herbst dauern. Das Inkrafttreten der Vorschriften für Schiffsreisen ist für 2012 geplant.

Fahrgastrechte im See- und Binnenschiffsverkehr
Die EU-Verkehrsminister haben die folgenden Hauptforderungen der Abgeordneten zu Fahrgastrechten im See- und Binnenschiffsverkehr akzeptiert:

Finanzielle Entschädigung oder anderweitige Beförderung im Fall einer Verspätung von mehr als 90 Minuten,

Eine Kostenlose Unterstützung von behinderten Fahrgästen und Passagieren mit eingeschränkter Mobilität.

Alle Passagierschiffe, die mehr als 12 Fahrgäste befördern, fallen in diesen Geltungsbereich, mit einigen Ausnahmen für Ausflugs- und Besichtigungsfahrten.

Verspätungen oder Annullierung
Verzögert sich Abfahrt eines Schiffes um mehr als 90 Minuten, so haben die Fahrgäste Anspruch auf die Erstattung des Fahrpreises oder auf eine anderweitige Beförderung. Es sei denn, der Beförderer könne beweisen, dass die Verspätung durch Wetterbedingungen oder außergewöhnliche Umstände verursacht wurde.

Mit Zustimmung des Fahrgastes könne die Erstattung des vollen Fahrpreises auch in Form von Gutscheinen bzw. anderen Dienstleistungen erfolgen. Fahrgästen, die zu einem Aufenthalt von ein oder mehreren Nächten an ihrem Abfahrtsort gezwungen sind, würden die Kosten der Unterkunft in Höhe von maximal 80€ bei maximal drei Nächten erstattet.

Fahrgäste mit einer Behinderung
Der Verkehrsausschuss hat festgelegt, dass Fahrgästen die Reise nicht wegen ihrer Behinderung oder eingeschränkter Mobilität verweigert werden dürfe.

Sie sollen in Häfen und an Bord von Fahrgastschiffen Anspruch auf Hilfeleistungen haben, solange dem Beförderer oder Terminalbetreiber spätestens 48 Stunden vor dem Zeitpunkt der benötigten Hilfeleistung gemeldet wird.

Verhandlungen über Busreisen gehen weiter
Für den Kraftomnibusverkehr fordern die Mitglieder des Verkehrausschusses ebenfalls eine finanzielle Erstattung oder anderweitige Beförderung im Fall einer Verspätung von mehr als zwei Stunden.

Bei Verlust oder Beschädigung des Gepäcks soll die Entschädigung maximal 1800 EUR je Fahrgast betragen. Die Abgeordneten fordern ferner eine uneingeschränkte Haftung und eine Vorauszahlungspflicht der verantwortlichen Beförderer im Fall von Tod und Körperverletzung von Fahrgästen.

Außerdem sind Bestimmungen festgelegt worden, wonach Unternehmen Fahrgästen mit Behinderung oder Passagieren mit eingeschränkter Mobilität unentgeltlich Hilfeleistungen anbieten müssen. Ihr Personal soll entsprechend geschult werden.

Artikel lesenÖBB-"Anlaufschwierigkeiten" bei Fahrgastrechten (22.05.2010)

Artikel lesenPassagierrechte auch für Busreisen geplant (16.12.2009)

Artikel lesenEuGH-Urteil sorgt für mehr Passagierrechte (19.11.2009)

Artikel lesenFluggastrechte vom Gericht bestätigt (20.05.2009)

ORF

Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick

ORF