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12.07.2010

Studie: Viele Schlankheitsmittel völlig wirkungslos

Menschen mit Gewichtsproblemen geben jährlich weltweit umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro für Schlankheitsmittel aus. Die meisten davon haben nicht den geringsten Nutzen, hat eine Studie des Institutes für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen bewiesen, die beim Fachkongress für Übergewicht in Stockholm präsentiert wurde.


Eine andere, ebenfalls in Stockholm vorgestellte Studie wertete alle bisherigen Untersuchungen zur Wirkung freiverkäuflicher Schlankheitsmittel aus. Das Ergebnis: Keine einzige Studie hat die Produkte jemals als angemessen wirksam eingestuft.

Keine Wirkung
189 Testpersonen hatten neun in Apotheken rezeptfrei käufliche Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel zur Gewichtsabnahme eingenommen. Die Mittel zeigten keinen besseren Effekt als Scheinmedikamente, sagt der Leiter der Studie, Thomas Ellrott, der die Arbeit beim Stockholmer Übergewichts-Fachkongress präsentierte.

Fett-Blocker
Die Testpersonen hatten die - unter anderem als "Fett-Blocker" und "Stoffwechsel-Anreger" angepriesenen Präparate oder Placebo-Pillen einnahmen.

Die Forscher hatten vorher die Namen der Präparate für die Teilnehmer unkenntlich gemacht, gaben aber alle Angaben zur Dosierung und etwaige zusätzliche Empfehlungen bei den Schlankheitsmitteln weiter.

Kein Unterschied
Der durchschnittliche Gewichtsverlust betrug nach den acht Wochen zwischen einem halben und zwei Kilo bei den Schlankheitsmitteln und 1,2 Kilo bei den Testpersonen, die Scheinmedikamente eingenommen hatten.

Ellrott meinte dazu, dass der Markt für frei verkäufliche Schlankheitspillen riesig sei. Aber anders als bei zugelassenen Arzneimitteln zum Abnehmen müsse die Wirkung dieser Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel nicht nachgewiesen werden. Wenn Übergewichtige eine Unterstützung durch ein Medikament benötigen, sollten sie daher auf zugelassene Arzneimittel aus der Apotheke zurückgreifen.

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