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24.07.2010

Spesen für Kartensperre nach Bankomatverbindungsfehler

Die Banken schärfen es ihren Kunden immer wieder ein: Mit Bankomat- und Kreditkarten kann gar nicht vorsichtig genug umgegangen werden. Wem eine Nachlässigkeit nachzuweisen ist, der hat im Schadensfall das Nachsehen. Draufzahlen kann ein Karteninhaber aber auch dann, wenn er alles richtig macht.

Karte eingezogen
Elisabeth M. aus Klosterneuburg wollte beim Bankomat der Volksbank in Weidling Geld abheben. Als sie ihre Karte reingesteckt habe, sei sie – schwupp - verschwunden, erzählt Frau M. Für sie sei es nicht ersichtlich gewesen, aus welchen Gründen die Karte eingezogen worden war.

Die Filiale war bereits geschlossen, eine Telefonnummer für Notfälle sah sie nicht und so rief Frau M. bei der Hotline ihrer Hausbank, der Erste Bank an, wo man ihr empfohlen habe, die Karte sperren zu lassen. Denn man wisse ja nicht, wann der Bankomat wieder funktioniere und dann vielleicht die Karte wieder ausspucke oder ob jemand den Bankomat manipuliert habe, sagt Frau M..

Verbindungsfehler
Am nächsten Tag, gleich in der Früh, ging Frau M. zur Volksbank, um ihre Karte abzuholen – aber die war, zur Überprüfung, bereits weitergeleitet worden. Sie erfuhr immerhin, dass beim Bankomat ein Verbindungsfehler aufgetreten und deshalb ihre Karte eingezogen worden war. Eine Karte, die vollkommen in Ordnung gewesen war – das bestätigte auch die Überprüfung bei Paylife. Dennoch sollte Frau M. die Sperrgebühr von 40 Euro bezahlen, meinte man bei der Volksbank.

Ja, da habe es gestern einen Fehler gegeben, hieß es, aber da könne die Volksbank nichts dafür. Außerdem gehöre ihnen der Bankomat ja gar nicht und da könne man eigentlich gar nichts machen. Und sie hätte die Karte ja auch nicht sperren lassen müssen, bekam Frau M. von der Volksbank zu hören.

Sie sehe aber nicht ein, warum sie dafür zahlen soll, es sei ja nicht ihr Verschulden gewesen.

Niemand zuständig
Im Reigen der Stellungnahmen an help bestätigte sich die Erfahrung von Frau M. – für die Sperrgebühr fühlt sich niemand zuständig.

So schrieb uns Master Card Europe, dass die Firma nur Lizenzen an Kreditinstitute bzw. Kartenherausgeber vergebe, keine Geldautomaten betreibe und daher auch nicht der richtige Ansprechpartner bei technischen Defekten und allfälligen Schadenersatzansprüchen daraus sei.

Paylife schrieb uns wörtlich: „Als Dienstleister der österreichischen Kreditinstitute stehen wir in keinem direkten Geschäftsverhältnis mit Maestro-Karteninhabern. In Fällen, in denen eine Maestro-Bankomatkarte aufgrund eines ungerechtfertigten Bankomat-Einzugs vom Kunden gesperrt wird, muss der Kunde bei der kartenausgebenden Bank reklamieren, denn nur die kann den Kundenanteil des Sperrentgelts rückerstatten."

Richtig gehandelt
Und die Volksbank betonte in ihrer Stellungnahme, dass die Mitarbeiter der Filiale Weidling alles richtig gemacht hätten, man aber dennoch bereit sei, Frau M. die Kartensperrgebühr zu ersetzen. Wozu die Volksbank auch verpflichtet ist, sagt Help-Rechtskonsulent Sebastian Schumacher: "Die Konsumentin hat hier genau so gehandelt, wie es die Banken normalerweise fordern, nämlich besonders umsichtig im Umgang mit ihrer Bankomatkarte. Deshalb haftet das Bankinstitut, das den fehlerhaften Bankomat betrieben hat, gegenüber der Konsumentin für die entstandene Sperrgebühr."

HELP, das Konsumentenmagazin
Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

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