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02.08.2010

"Packgas": Geschöntes Fleisch in Supermärkten

Verpacktes Fleisch ist in vielen Supermärkten systematisch mit einem Sauerstoff-Gas-Gemisch behandelt. Dadurch bleibt das Fleisch länger rot und wirkt frischer, kritisiert Foodwatch. Ein Verfahren, das nach Informationen, die dem "Spiegel" (Onlineausgabe) vorliegen, die Qualität mindert.


Die Verbraucherschutzorganisation fordert von der Industrie, auf den Sauerstoffeinsatz zu verzichten.

Untersuchung
Die Verbraucherschutzorganisation FoodwatchMehr hat mehr als hundert Fleischpackungen aus den Kühlregalen von Rewe, Marktkauf (Edeka), Aldi und Lidl untersucht.

Bei der Untersuchung habe man festgestellt, schreiubt "Der Spiegel", dass alle Proben beim Kauf eine Sauerstoffkonzentration von 60 bis 85 Prozent enthielten.

Hoher Sausterstoffgehalt
Der Sauerstoff lässt den Muskelfarbstoff Myoglobin oxidieren, das Fleisch bleibt schön rot. Das einziges Ziel dieser Behandlung sei es, das Fleisch besonders attraktiv, also frisch erscheinen zu lassen, damit es länger und leichter verkauft werden könne, kritisiert Matthias Wolfschmidt von Foodwatch.

Unerwünschte "Nebenwirkungen"
Durch die Beigabe des hochkonzentrierten Gases treten neben der erwünschten roten Färbung auch eine Reihe unerwünschter, der Qualität abträglicher Wirkungen auf, heißt es in einer Stellungnahme des Max-Rubner-Instituts, dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel. Das Aroma werde flacher, die Zartheit und Saftigkeit des Fleisches nehme ab, es werde ranzig.

Stellungnahmen der Handelsketten
Die Handelsketten wehren sich allerdings, laut "Spiegel". Bei Verpackung von frisch geschlachtetem und zerlegtem Fleisch entstehe kein ranziger Geschmack des Fettgewebeanteils, heißt es bei Lidl. Edeka verweist darauf, dass so die Keimflora unterdrückt werde und das Verfahren damit der Qualitätssicherung diene.

Auch in Österreich üblich
Der Einsatz von "Schutzgas" bei der Verpackung von Fleisch ist seit einigen Jahren auch in Österreich üblich. Laut Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) sind die "Packgase" allgemein zugelassen, allerdings muss auf der Verpackung der Hinweis "unter Schutzatmosphäre verpackt" stehen.

Der Einsatz von einem Gemisch aus Sauerstoff und Kohlendioxid würde die unerwünschte Verfärbung von Fleisch verhindern und "das Wachstum von bestimmten Verderbniskeimen" hemmen, heißt es in einer AGES-Stellungnahme gegenüber help.ORF.at.

In eigenen Untersuchungen der AGES zu Faschiertem sei festgestellt worden, dass unter Schutzgas verpackte Produkte zumeist bis zum Ende der Aufbrauchsfrist hygienisch einwandfrei gewesen seien, was bei offener Ware bereits am Tag der Herstellung oder mit Dehnfolie verpackter Ware nicht der Fall gewesen sei.

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