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25.04.2005

AK: EU-Entwurf für Lebensmittel-Werbung ist eine "Niederlage"

Das EU-Parlament habe sich dem Druck der Werbewirtschaft gebeugt. So kommentiert die Arbeiterkammer die Abstimmung über einen entsprechenden Verordnungsentwurfs zu Ernährungs- und Gesundheitsangaben auf Lebensmitteln.


Die Entscheidung des EU-Parlaments vergangene Woche heiße laut AK-Ernährungsexpertin Petra Lehner: "Irreführende Gesundheitswerbung bei Lebensmitteln soll weiterhin zulässig sein."

"Zahnloses Meldeverfahren"
Die Freigabe von Gesundheitswerbung für Alkohol, Süßigkeiten, fette Snacks und Limos sei "eine Niederlage für den Konsumentenschutz", erklärt Lehner.

Darüber hinaus sei auch "das vorgesehene Zulassungsverfahren für gesundheitsbezogene Angaben in ein zahnloses Meldeverfahren" umgewandelt worden.

Vorhaben der Kommission
Im Sommer 2003 hat die EU-Kommission einen Verordnungsentwurf zu ernährungs- und gesundheitsbezogenen Angaben über Lebensmittel vorgelegt.

Der Entwurf wurde von Konsumentenschützern begrüßt, Werbe- und Lebensmittelindustrie sprachen allerdings von ungerechtfertigten Werbeverboten.

Werbung nicht generell verboten
AK-Expertin Lehner betont: "Nicht die Werbung für Süßigkeiten oder Limonaden sollte verboten werden, sondern lediglich das Präsentieren von bestimmten Produkten wie Alkohol als gesund."

Die Wissenschafter der EU-Lebensmittelbehörde sollten Nährwertprofile erarbeiten, die festlegen, wie fett, süß, salzig und kalorienreich ein Produkt sein darf, das mit einem Gesundheitsslogan beworben wird.

Wissenschaftliche Bewertung "aufgeweicht"
Das EU-Parlament wolle jetzt jedoch, dass für fette, salzige, süße oder kalorienreiche Produkte Gesundheitswerbung möglich sei, kritisiert Lehner. Das Parlament habe auch die strikt vorgesehene wissenschaftliche Absicherung von gesundheits- und krankheitsbezogenen Angaben aufgeweicht.

Die Verwender - und nicht ein unabhängiges Expertengremium - sollen entscheiden, ob eine Angabe ausreichend belegt sei.

Für Konsumenten nicht beurteilbar
Seriöse Angaben seien so nicht von unseriösen unterscheidbar und das fördere den Wildwuchs, befürchtet die Arbeiterkammer.

Die Menschen würden ohnehin zu viel, zu fett, zu salzig und zu süß essen, daher sei es unverantwortlich, "wenn Lebensmittel, die weniger häufig gegessen werden sollten, durch Gesundheitswerbung noch interessanter gemacht würden", so Petra Lehner.

Nährwertprofile gefordert
Nun seien laut AK Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat und die EU-Kommission am Zug. Die EU-Kommission ist für Näherwertprofile, im EU-Rat gibt es dafür noch eine Mehrheit.

Ernährungsexpertin Lehner: "Die Gesundheitsministerin muss sich für die Verankerung der Nährwertprofile in Brüssel stark machen. In Österreich von einer Gesundheitsoffensive zu reden und in Brüssel der völligen Freigabe von Gesundheitswerbung für Alkohol, Süßigkeiten, fetten Snacks und Limo zuzustimmen, wäre scheinheilig."

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