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03.09.2005

Kein Telefonbucheintrag

Für manche Menschen ist es aus guten Gründen wichtig, im Telefonbuch aufzuscheinen. Und es ist auch ihr gutes Recht, dort in der gewünschten Form präsent zu sein. Wenn es allerdings um die Durchsetzung dieses Rechtes geht, schaut es schlecht aus.

Internationale Kontakte
Herr S. ist ein in internationalen Fachkreisen bekannter Kunstsammler. Da ihm immer wieder Kunstobjekte aus aller Welt zum Kauf angeboten werden, ist es für ihn besonders wichtig, leicht auffindbar und erreichbar zu sein. Seit Jahren sind daher seine Festnetz- und Handynummer sowie seine e-mail-adresse im Wiener Telefonbuch verzeichnet.

Bei der aktuellen Ausgabe des Wiener Telefonbuches fand Herr S. plötzlich seine Eintragung nicht mehr.

Keiner verantwortlich
Herr S. schrieb sofort eine E-Mail an den Herausgeber des Telefonbuches. Die Antwort, wir sind dafür nicht zuständig. Zuständig sei die Firma UPC-Telekabel, bei der Herr S. seit kurzem Kunde ist.

Bei der Unterschrift des Vertrages hatte er klar und deutlich angekreuzt, dass er im Telefonbuch aufscheinen möchte. Bei UPC hatte man - außer einer halbherzigen Entschuldigung – keine Lösung anzubieten. Wörtlich steht im Antwortschreiben an den Kunden: "Die Änderung sollte in wenigen Tagen in den Online- Telefonbüchern aufgenommen werden. Im Telefonbuch selbst wird die Änderung erst mit dem nächsten Druck aufgenommen – das Telefonbuch wird einmal pro Jahr gedruckt. Nach Durchsicht unserer Daten haben wir den Eintrag umgehendst nochmals an die zuständige Abteilung weitergeleitet."

Nachteile
Herr S. fürchtet, dass ihm einiges entgehen könnte, wenn er nicht mehr so leicht erreichbar ist. Außerdem hat er sich über die Schlamperei und Gleichgültigkeit sehr geärgert. Eine Kompensation für den Ärger hat man ihm nicht angeboten.

Rechtslage
Der Eintrag ins amtliche Telefonbuch ist zweifellos ein fixer Bestandteil des Vertrages zwischen dem Kunden und dem Telefonunternehmen, erklärt Help-Rechtskonsulent Sebastian Schumacher. Daher sei es eindeutig eine Vertragsverletzung, wenn der Name im Telefonbuch fehle. Eine Vertragsverletzung, die auch schadenersatzrelevant sei.

Voraussetzung eines Schadenersatzanspruches ist aber, dass ein konkret bezifferbarer und belegbarer Schaden vorliegt. Und da wird es schwierig, meint der Rechtsexperte. Denn es sei fast unmöglich genau zu beziffern, wie hoch ein Schaden ausfalle, wenn man nicht im amtlichen Telefonbuch verzeichnet sei.

Und so hat der Kunde zwar das Recht auf seiner Seite, aber trotzdem das Nachsehen.

HELP, das Konsumentenmagazin
Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

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