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"Gesundes Naschen" nur ein Werbegag / Bild: ORF
24.11.2005

"Gesundes Naschen" laut AK nur Werbegag

Nicht selten sind Kindersnacks, die angeblich mit wertvollen Zusatzstoffen angereichert sein sollen, sogar ungesünder als normale Lebensmittel, zeigt ein Test der Arbeiterkammer.


Die speziell für Kinder beworbenen Produkte versprechen Naschen mit gutem Gewissen, da sie viele "wertvolle Extras", wie Milch, Vitamine und Mineralstoffe enthalten sollen.

Kaum empfehlenswert
Die Realität schaut jedoch anders aus, denn 90 Prozent der von der AK ernährungswissenschaftlich untersuchten 57 Kindersnacks sind gar nicht oder nur eingeschränkt empfehlenswert, betont AK- Konsumentenschützer Harald Glatz.

Die Lebensmittel seien "zu süß, meist zu fett und die Vitaminisierung orientiert sich nicht am Bedarf der Kinder", so die Kritik des Konsumentenschützers. Andererseits würden sie nicht liefern, was die Kids am meisten brauchen, beispielsweise komplexe Kohlenhydrate.

Jedes dritte Produkt enthält sogar bedenkliche Zusatzstoffe. Als Zwischendurch-Mahlzeit seien zahlreiche Produkte wegen ihrer Nährstoffzusammensetzung daher ungeeignet, so Glatz.

Kaum Handhabe gegen "falsche" Werbung
Und so kritisiert die AK auch besonders, dass zwar ständig beklagt werde, dass immer mehr Kinder mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben, es aber in Österreich gesetzlich noch immer nicht möglich sei, effizient gegen die falschen Werbebotschaften vom "gesunden Naschen" vorzugehen.

Mehr Schutz für Eltern und Kinder gefordert
Die AK fordert angesichts der Untersuchungsergebnisse gesetzliche Regeln für Kindersnacks – auch auf EU-Ebene:
  • eine realistischere Werbung – gesundheitsbezogene Werbung für zu fette, süße und salzige Produkte muss EU-weit verboten werden
  • eine rechtlich verbindliche Definition von Kinderlebensmitteln ist nötig
  • Regeln für Kinderlebensmittelwerbung, es müssen z.B. Angaben wie "fettfrei" oder "light" verboten werden
  • strengere Regeln für Fernseh- und Internetwerbung die sich an Kinder richtet
  • bessere Qualität der Produkte: Zucker-, Salz-, Fettgehalt reduzieren, mehr komplexe Kohlenhydrate, mehr Ballaststoffe, weniger Zusatzstoffe
  • mehr und unabhängige Ernährungsaufklärung und -bildung
Tipps für Eltern und Kinder
  • Wenn Sie Ihrem Kind hin und wieder Süßigkeiten geben, ist das in Ordnung.
  • "Mit Milch" bei Snacks heißt noch lange nicht, dass es sich um Vollmilch handelt und selbst wenn, ist die Menge vernachlässigbar. Ein Glas Magermilch oder Joghurt bringt mehr, Milchschnitten und Co sind kein Ersatz dafür.
  • Hat ein Produkt mehr als zehn Prozent Zucker, dann ist es sicher nicht gesund.
  • Hat ein Lebensmittel mehr als 30 Prozent Fett, eignet es sich nicht als Zwischenmahlzeit.
  • Kinder brauchen viel Flüssigkeit – ideal ist Wasser, ungesüßter oder leicht gesüßter Tee oder verdünnte Fruchtsäfte.
  • Früchtepürees zum Löffeln sind eine gute Alternative zur Süßigkeit und als Zwischenmahlzeit geeignet. Eingeschränkt können den Kids auch "Kindertopfenzubereitungen" in den bunten Tassen gegeben werden, hier aber auf Zucker, Fett und Farbstoffe aufpassen.

Auf ausgewogene Ernährung achten
Beim Zusammenstellen des Kinderspeiseplans sollten Eltern auf ausgewogene Ernährung achten, sagen die AK-Konsumentenschützer:
Täglich ein Glas Milch und zusätzlich noch ein Milchprodukt (Joghurt, Topfen, Käse etc), mehrere Scheiben Brot, am besten Vollkorn, Gebäck, Zwieback, Knäckebrot etc, Reis, Nudeln oder Kartoffeln, mindestens eine Portion Gemüse roh und eine gekocht mehrere Stücke Obst, mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit in Form von kalorienarmen koffeinfreien Getränken und wenig Streichfett.

Ideal ist für Kinder zwei Mal pro Woche Fisch und maximal drei Mal wöchentlich mageres Fleisch und Geflügel oder Wurst- und Wurstwaren.

externen Link öffnenAK: Kindersnacks

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