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04.02.2006

Schweres Wasser - Antimon in PET-Flaschen

Plastikflaschen aus Polyethylenterephthalat (PET) sondern das Schwermetall Antimon an die enthaltenen Getränke ab. Das ergab eine Studie der Universität Heidelberg. Antimon wird bei der Herstellung von PET-Flaschen verwendet. Das Element ist, wie Arsen, toxisch und manche Antimon-Verbindungen stehen in Verdacht, krebserregend zu sein. Ein akutes Gesundheitsrisiko besteht jedoch nicht.

Kontinuierliche Freisetzung
William Shotyk, Leiter des Instituts für Umwelt-Geochemie der Universität Heidelberg und sein Team untersuchten Mineralwasser, das in PET-Flaschen verkauft wird, auf Antimongehalt. "Wir stellten fest, dass die Antimon-Konzentrationen in Mineralwasser in PET-Flaschen deutlich höher sind, als Wasser derselben Marke in einer Glasflasche. Unsere Vermutung war, dass diese PET-Flasche einen Einfluss hat auf den Antimon-Gehalt," so Shotyk.

Der Verdacht bestätigte sich, das Antimon im Wasser stammte tatsächlich aus den PET-Flaschen. Doch damit noch nicht genug: "Es sieht so aus, dass es zu einer kontinuierlichen Freisetzung von Antimon kommt. Das heißt, je länger dass das Wasser in der Flasche bleibt, desto höher der Antimon-Gehalt", erklärt William Shotyk.

Direkt unter Arsen
Im Periodensystem der Elemente ist Antimon, mit dem Symbol "Sb" versehen, direkt unterhalb von Arsen und zur oberen Rechten von Blei zu finden. Das Schwermetal kommt in einer Reihe von Blei- und Zinnlegierungen, sowie in Kunststoffen zum Einsatz. Antimon wird auch als Katalysator bei der Herstellung von PET (kurz für Polyethylenterephthalat) verwendet, aus dem die beliebten Getränkeflaschen produziert werden.

Antimon ist in der Natur selten, im Grundwasser kommt es in sehr geringen Mengen vor. In höheren Konzentrationen ist Antimon giftig, es besteht auch der Verdacht, dass es krebserregend sein kann.

externen Link öffnenWikipedia: Antimon

Ohne PET kaum Antimon
Untersucht wurden 48 europäische Mineralwassermarken verschiedenster Provenienz, von Finnland bis Italien. Österreichische Marken waren zwar nicht darunter, allerdings dürften auch für heimische Produkte keine anderen Ergebnisse erwartet werden: Antimon wurde in allen getesteten Produkten gefunden. Die Geologie des Ursprunglandes hatte keine Einfluss. Ein akutes Gesundheitsrisiko besteht allerdings nicht:

"Die Antimonkonzentrationen, die wir gefunden haben, liegen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Allerdings ist die natürliche Antimon-Konzentration in dem Grund- und Quellwasser, das wir untersucht haben, viel geringer", so Geochemiker William Shotyk.

Soll heißen: würde das Wasser nicht in PET-Flaschen gefüllt, gäbe es keine erhöhten Werte. In Japan werden PET-Flaschen übrigens mit Titan als Katalysator hergestellt, dort gibt es das Problem nicht.

Antimon im artkischen Eis
Auch wenn für Konsumenten keine unmittelbare Gefahr besteht, die Langzeitfolgen der Antimonverarbeitung in Kunstoffen und Flammschutzmittel sind kaum absehbar. Im gegensatz zu Blei und Quecksilber ist Antimon in der Atmosphäre kaum erforscht.

Das wäre an der Zeit, meint Willioam Shoty: "Wir fragen uns, wie sieht die Endlagerung von solchen Kunststoffen aus. Wenn Plastik zum Beispiel in eine Brennanlage kommt, was passiert mit dem Antimon, wie viel wird in die Athmosphäre freigesetzt."

In der Arktis haben William Shotyk und sein Team über die letzten Jahre erhöhte Konzentrationen festgestellt.

externen Link öffnenInstitut für Umwelt-Geochemie - Universität Heidelberg

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