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Dubiose Geschäftemacherei im Internet nimmt zu
14.03.2006

Dubiose Geschäftemacherei im Internet nimmt zu

Am 15. März ist Welttag der Konsumentenrechte. An diesem Tag stehen die Interessen der Verbraucher weltweit im Mittelpunkt. Für den Verein für Konsumenteninformation (VKI) ist derzeit ein Thema besonders aktuell: dubiose Geschäftemacherei im Internet.


Im Beratungszentrum des VKI landen seit einigen Monaten täglich neue Beschwerden über unseriöse Unternehmen, die mit vermeintlichen Gratis-SMS, kostenlosen Warenproben oder Gratis-Gewinnspielen Konsumenten das Geld aus der Tasche ziehen.

Verpackte Bedingungen in AGBs
Die Masche der Anbieter ist dabei immer dieselbe: Konsumenten, die in den Genuss der Gratis-SMS kommen möchten, müssen nicht nur ihre Kontaktdaten hinterlassen, sondern sich auch mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) einverstanden erklären.

Der Haken dabei: Die wenigsten Verbraucher lesen sich die meist sehr langen AGBs auch wirklich vom Anfang bis zum Ende durch. "So manches Unternehmen nutzt das zu seinem Vorteil aus und verpackt in den AGBs Bedingungen, mit denen es Verbraucher ordentlich abzocken kann", warnt VKI-Rechtsexpertin Ulrike Wolf.

"Für viele Konsumenten entpuppt sich dann das scheinbar tolle Gratis-Angebot als teures Abo, für das sie nicht selten mehrere hundert Euros blechen müssen", so die Konsumentenschützerin.

Mindeststandards für Verbrauchergeschäfte im Internet
Diese Vorgehensweise hat offensichtlich Methode. Das zeigt auch der Umgang der Unternehmen beim Eintreiben der Rechnungen: Die Firmen lassen die 7-tägige Widerrufsfrist (in Deutschland 14 Tage) verstreichen und verschicken erst danach die Rechnungen.

Wer nicht sofort zahlt, erhält Drohbriefe vom Inkassobüro. Viele Konsumenten lassen sich dadurch einschüchtern und begleichen daher die Rechnungen. Dabei gelten EU-weite Mindeststandards für Verbrauchergeschäfte im Internet. Dazu zählen insbesondere die Pflicht des Händlers zur Angabe seiner Kontaktdaten oder zur ausführlichen Belehrung über das Widerrufsrecht.

Und genau das wird von unseriösen Unternehmen nicht eingehalten. "Wird ein Konsument aber nicht per E-Mail oder Brief über sein Rücktrittsrecht informiert, so verlängert sich das Widerrufsrecht automatisch auf drei Monate", erklärt Wolf. Die VKI-Rechtsexpertin rät in so einem Fall, mittels eingeschriebenen Briefs vom Vertrag zurückzutreten.

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