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22.07.2006

Falsche Bahn-Auskunft

Vor Bahnfahrten informiert man sich – außer es sind einem auch lange Wartezeiten völlig egal - sinnvoller Weise über Abfahrtszeiten. Fahrplanauskünfte gibt’s im Internet, telefonisch oder – falls nicht geschlossen – auf Bahnhöfen. Aber auch gewissenhaftes Auskunfteinholen feit nicht zuverlässig vor Problemen.

Der Zug ist abgefahren
Die Volksschule Bruck an der Leitha machte am 21. Juni mit 65 Schülern und drei Lehrern einen Ausflug nach Neusiedl am See, erzählt die Direktorin Helga S.

"Und damit die Kollegen sicher sein können, das alles in Ordnung geht, haben sie sich vorher beim Bahnhof Bruck an der Leitha einen Ausdruck besorgt, wo drauf steht, wann fährt der Zug von wo, welchem Gleis ab und wann fährt er wieder retour."

Der Tag verlief problemlos und die Schulgruppe kam 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges zu dem am Fahrplan ausgewiesenen "Gleis 1" und wartete:

"Nachdem kein Zug gekommen ist, längere Zeit, sind sie dann zum Bahnhof gegangen, haben dort gefragt und dort hat man ihnen die Auskunft gegeben 'der Zug ist eh planmäßig abgegangen'. Nur am anderen Gleis. Und da kann man jetzt nichts machen und sie sollten jetzt zwei Stunden warten, bis der nächste Zug geht."

Am Bahnhof ist ein Anschlag
Das wollten die Lehrer den Schülern nicht zumuten, noch dazu, da es an diesem Tag 31 Grad hatte. Der mittlerweile benachrichtigten Volksschuldirektorin gelang es einen Bus zu organisieren; die Kosten dafür - 95 Euro - mussten aber sofort beglichen werden.

Helga S. wandte sich an die ÖBB und wollte zumindest die ausgelegten Buskosten, sowie den Fahrpreis für die nicht genutzte Retourfahrt ersetzt bekommen. Die Bundesbahn verwies die Schuldirektorin an die Raaberbahn, in deren Zuständigkeit der Bahnhof gehört und von der Raaberbahn kam die Mitteilung:

"Wir kriegen nichts zurück, weil wir hätten schauen können im Schaukasten am Bahnhof, da wäre sowieso ein Anschlag."

Help gegenüber bedauert die Privatbahn in einer Stellungnahme, die Unannehmlichkeiten, die die Schulgruppe hatte. Bedingt durch einen Unfall - in der Nähe des Bahnhofes liegt auch ein Schulzentrum – wurde der Mittelbahnsteig im Mai durch zwei Seitenbahnsteige ersetzt und seither halten grundsätzlich alle Züge auf der Seite des Schulgebäudes, damit die Schüler keine Bahngleise mehr überqueren müssen. Und weiter heißt es in der Stellungnahme:

"Der betreffende Bahnsteig wird aufgrund der Eisenbahnvorschriften zwar Gleis 1 aber Bahnsteig 2 bezeichnet und entsprechend mittels Tafeln benannt. Die Volksschulgruppe ist daher bereits bei der Ankunft auch am Bahnsteig 2 (Information der Fahrplanauskunft aber war Gleis 1) ausgestiegen. Bei der Rückfahrt wartete die Gruppe aber am Bahnsteig 1, dieser Bahnsteig ist auch klar gekennzeichnet mit der Zahl 1."

Und da die Gruppe nicht "seitens des Zentrums von Neusiedel", sondern von der anderen Seite - vom Radweg her- zum Bahnhof gekommen war, heißt es in der Stellungnahme auch noch:

"Konnten die gut plakatierten Hinweise – alle Züge am Bahnsteig 2 – nicht gelesen werden."

Abschließend wurde uns noch versichert, dass die Änderungen der Bahnsteig- beziehungsweise Gleisbezeichnungen in den Fahrplanausdrucken schon beauftragt seien, man werde nun natürlich auch die Buskosten erstatten und die Volksschulgruppe wird auch zu einer Freifahrt nach Neusiedl hin und zurück eingeladen.

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