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26.03.2007

Bausparverträge: Vorzeitige Auflösung kommt teuer

Bei einer vorzeitigen Auflösung von Bausparverträgen wird die staatliche Prämie nachträglich rückgerechnet, der Verwaltungskostenbeitrag wird fällig und der Sparzinssatz nachträglich reduziert. So sind die Kündigungskosten oft höher als der erzielte Zinsertrag, warnt die AK.

Kontoführungs- und Kündigungsspesen
Einen Bausparvertrag vor Ende der Sechs-Jahresfrist aufzulösen, wird teuer, denn die Kostenfalle schnappt für den Bausparer auf dreifache Art zu: Die staatliche Prämie wird abgezogen, der Verwaltungskostenbeitrag ist voll zu bezahlen und der Sparzinssatz wird nachträglich reduziert.

Kontoführungsspesen betragen zwischen 4,22 und 6,6 Euro pro Jahr. Sie werden jeweils zu Jahresbegin (am 1. Jänner) verrechnet. Die staatliche Prämie für das Jahr 2007 beträgt 3,5%, maximal 35 Euro.

Die vier Bausparkassen:

ABV-Bausparkasse
Tarifname: Bausparen
Kontoführungsspesen: 6,6 Euro/Jahr
Verwaltungskostenbeitrag: 0,5% der Vertragssumme (bei einer Vertragssumme von 20.000 Euro sind das 100 Euro)
Zinsrückverrechnung: Abzinsung auf 0,75%
Rückrechnung der staatlichen Prämie: ja
Auszahlung: 2 Wochen nach Kündigung
Raiffeisen Bausparkasse
Tarifname: Spartarif
Kontoführungsspesen: 4,22 Euro/Jahr
Verwaltungskostenbeitrag: 1,7 der vereinbarten Sparleistung über Laufzeit (bei einer Sparleistung von 6.000 Euro sind das 102 Euro)
Zinsrückverrechnung: Abzinsung auf 0,5%
Rückrechnung der staatlichen Prämie: ja
Auszahlung: zum jeweiligen Monatsletzten
Wüstenrot
Tarifname: Dynamisches Bausparen
Kontoführungsspesen: 5,08 Euro/Jahr
Verwaltungskostenbeitrag: 0,5% der Vertragssumme (bei einer Vertragssumme von 20.000 Euro sind das 100 Euro)
Zinsrückverrechnung: Abzinsung auf 1%
Rückrechnung der staatlichen Prämie: ja
Auszahlung: "nach einer angemessenen Bearbeitungsfrist"
S-Bausparkasse
Tarifname: Plus Bausparen
Kontoführungsspesen: 4,22 Euro/Jahr
Verwaltungskostenbeitrag: das 1,5-fache des vereinbarten monatlichen Sparbetrages
Zinsrückverrechnung: Halbierung der angesammelten Zinsen
Rückrechnung der staatlichen Prämie: ja
Auszahlung: "nach einer angemessenen Bearbeitungsfrist"

externen Link öffnenAK-Bankenrechner: Rubrik Bausparen

AK-Tipps
Achten Sie auf die Kündigungskosten: Sie können einige hundert Euro betragen und den Zinsertrag zur Gänze "auffressen".

Überlegen Sie daher vor Vertragsabschluss, ob Sie sich die monatliche Sparrate leisten können. Denn wird das vereinbarte Sparziel zu Laufzeitende nicht erreicht, wird trotzdem der Verwaltungskostenbeitrag für die Gesamtsumme fällig. Vereinbaren Sie daher im Zweifelsfall besser ein niedrigeres Sparziel bzw. eine niedrigere Vertragssumme.

Bei Zahlungsproblemem ist es überlegenswert, zB die monatlichen Zahlungen auszusetzen, um später eíne einmalige Zahlung der ausstehenden Beträge zu leisten.

Bei vorzeitiger Auflösung und sogenannter widmungsgemäßer Verwendung des Bauspargeldes muss die Bausparprämie nicht an das Finanzamt zurück gezahlt werden. Widmungsgemäße Verwendung sind vor allem: Errichtung, Beschaffung, Erhaltung und Verbesserung von Wohnhäusern und Wohungen, Ankauf von Baugründen, Maßnahmen der Bildung und Pflege. Wichtig ist, dass Sie bei Kündigung angeben, dass das Guthaben zB für Wohnraumschaffung, also widmungsgemäß verwendet wird.

Zinsenspielereien
Der attraktive, fixe Einstiegszinssatz gilt höchstens für ein Jahr. Daher sollte man auf die Höhe der variablen Zinsen nach der Fixzinsperiode achten. Der variable Zinssatz richtet sich nach den Leitzinsen in einer Beobachtungsperiode und kann innerhalb vertraglich festgelegter Zinsober- und untergrenzen schwanken.

Hohe Zinsen gibt es manchmal nur bei Einzahlungen bis maximal 1000 Euro pro Jahr. Einzahlungen, die darüber hinaus gehen, sogenannte "Überzahlungen", könnten mit einem geringeren Zinssatz als 3,5% verzinst sein – zum Beispiel mit lediglich 1%.

Forderungen der AK
Die Konsumentenschützer der AK fordern deutliche Hinweise auf Kündigungskosten in den Verkaufsunterlagen und Allgemeinen Gesachäftsbedingungen.

Sie fordern auch klare Information über fixe und variable Zinssätze: Bausparverträge beinhalten derzeit einen Fixzinssatz, der zumeist für ein Jahr fix ist. Danach wird der Sparzins auf einen (im Regelfall niedrigeren) variablen Zinssatz umgestellt. In der Werbung und in Verkaufsgesprächen dreht sich die Argumentation zu sehr um den hohen Einstiegszinssatz. Daher sollten die Bausparkassen die Kunden klar auf den (einjährigen) Fixzinssatz (Höhe, Geltungszeitraum) und auf die Höhe des derzeit verrechneten variablen Zinssatzes in Werbe- und Beratungsunterlagen hinweisen.

Zur besseren Information der Bausparer sollte der Zinssatz deutlich und leicht erkennbar am Kontoauszug angeführt werden.

externen Link öffnenAK: Kostenfallen bei vorzeitiger Auflösung von Bausparverträgen

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