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Mastercard / Bild: dpa
01.06.2007

Kostenfalle Plastikgeld - AK warnt vor Spesendschungel

Wer in ein Nicht-Euro-Land reist und Plastikkarten benutzt, hat überall mit saftigen Spesen zu rechnen. Auch Kursschwankungen sind zu berücksichtigen. Das ergibt eine Erhebung der AK. Im Euro-Raum fahren Urlauber mit der Bankomatkarte am Besten, Kreditkarten sind nur beim Zahlen in Euro-Ländern spesenfrei, Geld abheben ist teuer.

Weltweit Geld abheben
Mit der Bankomatkarte können Urlaubsreisende weltweit Bargeld an Geldausgabeautomaten und Kassen (mit dem Maestro- oder Cirrus-Logo gekennzeichnet) abheben oder bezahlen. "Für die Bankomatkarte fällt eine jährliche Kartengebühr an, die oft bereits im Kontopaket enthalten ist", erklärte AK-Konsumentenschützer Harald Glatz.

Im Inland und im Euro-Raum zahlt man keine Spesen, wenn die Bankomatkarte benutzt wird. Wer in ein Nicht-Euro-Land fährt, muss beim Abheben mit Spesen von 0,75 Prozent plus 1,82 Euro rechnen, beim Bezahlen an der Bankomatkasse mit 0,75 Prozent zuzüglich 1,19 Euro.

Hohe Kosten bei Prepaid-Karten
Europay/MasterCard und Visa bieten so genannte "Prepaid-Karten" an, die im Vorhinein mit einem Guthaben aufgeladen werden müssen, z.B. durch Bareinzahlung.

Beim Aufladen gibt es Spesen - bis zu 1,5 Prozent (Visa). Bei Europay/MasterCard beträgt die Aufladesumme mindestens 100, maximal 2.500 Euro. Bei Visa ist die Erstlaufladung mindestens 100 Euro, weitere Aufladebeträge können vereinbart werden. Es gibt keine Jahresgebühr.

Der Vorteil laut AK: Das Urlaubsbudget ist im Vorhinein festgelegt. Größter Nachteil: Guthaben "parkt" unverzinst.

Versteckte Risiken bei Kreditkarten
Klassische Kreditkarten gebe es bereits um eine Jahresgebühr von 18,17 Euro (MasterCard), mit Zusatzleistungen, z.B. Versicherungsschutz ab 54,50 Euro (Visa Classic), wie die AK aufzeigt. Wer mit der Kreditkarte im Euro-Raum zahlt, hat keine Spesen. Geldabhebungen hingegen kommen sehr teuer: Im Inland und Euro-Raum 3 Prozent, Mindestgebühren von 2,50 (Amercian Express) bis 4 Euro (Diners Club).

Wer in Nicht-Euro-Ländern urlaubt, hat beim Einkauf mit Kreditkarte Spesen zwischen ein und 2 Prozent, beim Abheben 3 Prozent, mindestens aber 2,50 bis 4 Euro plus einer zusätzlichen Manipulationsgebühr von bis zu 2 Prozent.

Achtung: Wechselkurs!
Glatz' Kritik: "Die Devisenkursverrechnung ist nicht transparent". Ein vermeintliches Schnäppchen aus dem Urlaubsland könne durch schlechtere Kurse teuer werden. Denn die Umrechnung erfolgt erst zu dem Kurs, an dem der Umsatz vom Vertragshändler (also etwa im Restaurant oder Geschäft) bei der Kreditkartengesellschaft zur Verrechnung eintrifft.

Die AK verlangt jetzt klare Regeln bei der Devisenkurs-Verrechnung von Kreditkarten. Bank und Verrechnungsdatum müssen am Kontoauszug angegeben werden.

Tipps der Konsumentenschützer:
* Vor Urlaubsantritt klären, ob die Karten im Urlaubsland überhaupt akzeptiert werden. Informationen über die Anzahl und Dichte von Bankomaten und -kassen gibt es bei der Europay Austria.

* Bargeld allein ist vergleichsweise teuer und hat das größte Sicherheitsrisiko. Wer oft Kleinbeträge beheben will, handelt wegen der Mindest- oder Fixgebühren recht unwirtschaftlich.

* Bei strittigen Umsätzen können Sie bei der Kreditkartenfirma innerhalb von 30 Tagen Einspruch erheben.

* Wer die Karten verliert, muss sie sperren lassen. Deshalb sollten Notfallnummern "mitgeführt" werden. Bis die Sperre wirksam wird (spätestens eine Stunde nach Einlangen der Meldung bei der Bank oder dem Sperrnotruf), haftet bei der Bankomatkarte der Kunde im Rahmen seines vereinbarten Limits. Bei Kreditkarten sind die Haftungsgrenzen unterschiedlich: zwischen 25 Euro (American Express) und 72,67 Euro (Visa, MasterCard).

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