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30.06.2007

Am Postweg verschwundene Konzertkarten

Für die unterschiedlichsten Veranstaltungen - nicht zuletzt für lange im voraus ausverkaufte Konzerte internationaler Stars - werden Tickets oft über Kartenbüros bestellt und die Eintrittskarten werden dann häufig per Post zugestellt.


Das funktioniert in der Regel reibungslos. Problematisch wird es aber wenn die – längst bezahlten - Karten kurz vor der Veranstaltung auf dem Postweg verloren gehen.

Karten sollten per Post kommen
Johann D. machte sich wenige Tage vor dem vorwöchigen Wiener Streisand-Konzert im Internet auf die Suche nach Eintrittskarten und konnte über ein steirisches Kartenbüro noch zwei Sitzplätze zum Preis von insgesamt 250 Euro bestellen und erhielt, erzählt er, eine Bestätigung:

"Dass die Karten am nächsten Tag, laut EMS, bis zwölf Uhr Mittags eintreffen sollten."

Doch die Karten kamen nicht, weshalb sich Herr D. an das Kartenbüro und auch an die Post wandte, wo ihm ein Mitarbeiter sagte, dass die Karten sicher am nächsten Tag kommen würden.

"Hab mir gedacht, dass wird schon stimmen und hab halt noch mal 24 Stunden gewartet. Und am Mittwoch war dieselbe Geschichte."

Hängt vom Veranstalter ab
Herr D. wurde langsam nervös, da das Konzert schon für den nächsten Tag angesetzt war. Mehrere weitere Telefonate mit der Post führten schlussendlich zur Erkenntnis, dass die Karten vermutlich auf dem Postweg verloren gegangen waren.

Herr D. wandte sich verzweifelt an das steirische Kartenbüro, das sich wiederum mit dem Kartenvermittler "Österreich Ticket" in Verbindung setzte, der dann Herrn D. per E-mail eine Platzbestätigung ausstellte mit der er sich an die Abendkassa wenden sollte. Diese E-mail endete allerdings mit dem recht verunsichernden Schlusssatz:

"Wir müssen Sie darauf hinweisen, dass es letztendlich dem Veranstalter obliegt, ob er Ihnen mit diesem Schreiben Einlass gewährt."

Herr D. wandte sich an help, da er befürchtete bei der Abendkassa abgewiesen zu werden.

Keine Haftung für Verlust am Postweg
Österreich Ticket schreibt uns dazu in einer Stellungnahme, eine Eintrittskarte gehöre dem Veranstalter, man sei nur Vermittler, Weiterverkäufer und:

"Wir haften auch nicht für einen Verlust am Postweg. Wir bemühen uns aber im Sinne unserer Kunden, bei Verlust des Tickets vom Veranstalter zu erwirken, dass der Kunde mit einer von uns ausgestellten Platzbestätigung/Kaufbestätigung dennoch Einlass findet."

Und weiters heißt es:

"Garantieren können wir selbst dafür nicht, da wir eben nicht Veranstalter sind. Die meisten Veranstalter verweigern aber auch aus Arbeitsgründen, dem Kunden eine entsprechende Garantie zu übermitteln."

Abschließend steht noch:

"In den Fällen wo wir eine Platzbestätigung ausstellen, ist der Einlass üblicherweise mit dem Veranstalter bereits positiv geklärt. Es gibt einige wenige Fälle, wo der Veranstalter dies verwehrt, der Kunde aber dennoch auf einer Platzbestätigung/Kaufbestätigung besteht (auch wegen. Eventueller Regressansprüche)."

Keine Möglichkeit des Missbrauchs
Help-Rechtskonsulent Sebastian Schumacher sagt dazu:

"Ersatzweise ausgestellte Karten, die auf eine Person oder auf einen konkreten Sitzplatz lauten, müssen vom Veranstalter akzeptiert werden, weil es ja auch keine Möglichkeit des Missbrauchs gibt."

Ausnahme sind jedoch Veranstaltungen, wo es nur Steh – oder freie Sitzplätze gibt. Herrn Ds. auf konkrete Sitzplätze ausgestellte Bestätigung wurde akzeptiert:

"Ungefähr eine Stunde vor Einlass bin ich dann hingekommen, habe mein Email dort vorgelegt. Die haben schon was gewusst und das war dann relativ klar, dass sie mir die Karten ausdrucken werden."

Und erst da hatte Herr D. die Gewissheit für sein längst bezahltes Eintrittsgeld auch tatsächlich beim Konzert dabei sein zu können.

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Jeden Samstag, 11:40 h, Ö1

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