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27.05.2004

SONNENCREMES: SCHUTZ MIT SCHATTENSEITEN

Viele Sonnenschutzmittel enthalten UV-Filter, die für Mensch und Umwelt bedenklich sind. Trotzdem hält die Kosmetikindustrie an deren Einsatz fest. Einige Hersteller entwickeln aber inzwischen auch Produkte, die ohne chemische Filter auskommen.

Sonnencremes schützen vor Sonnenbrand und vermindern das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Chemische UV-Filter wehren die schädlichen UV-Strahlen ab.

Hormonelle Wirkung bestritten
Das Schweizer Konsumentenmagazin "Kassensturz" berichtet, dass die UV-Filter den Experten schon seit einigen Jahren Kopfzerbrechen bereiten: Die Forscher vermuten, dass die Substanzen wie weibliche Hormone wirken.

Vor drei Jahren hat Kassensturz über die Forschungsergebnisse der Toxikologin Margeret Schlumpf von der Universität Zürich berichtet. Sie testete UV-Filter an Ratten und stellte fest: Die Gebärmutter der unreifen Ratten vergrößerte sich.

Das ist ein Indiz, dass die UV-Filter eine schädigende hormonähnliche Wirkung haben.

Chemieindustrie und Kosmetikhersteller reagierten mit Gegenstudien und zweifelte an der Wissenschaftlichkeit der Zürcher Toxikologen. Branchenvertreter versuchen, die Ergebnisse herunterzuspielen.

Neue Tests bestätigen Verdacht
Der Verdacht der Zürcher Forscher erhärtet sich jetzt durch neue Tests in Europa und der Schweiz:

Das Labor der Hochschule Basel untersucht, ob und welche UV-Filter wie weibliche Hormone wirken: "Wir haben 19 verschiedene Filter getestet, 50 Prozent der Filter waren im Labortest hormonaktiv", fasst Karl Fent von der Fachhochschule beider Basel zusammen.

Rückstände in der Muttermilch
Ungewiss ist weiterhin, ob bereits die UV-Filterkonzentration in den Sonnencremes Menschen schädigen. Die Filtersubstanzen dringen in die Haut ein. Sogar in der Muttermilch fanden Forscher Rückstände von UV-Filtern.

Umweltfragen
Beim Baden und Duschen werden UV-Filter ausgeschieden, und das hat Folgen für die Umwelt: Die Substanzen sind schlecht abbaubar. Sie werden von Fischen aufgenommen und gelangen so in die Nahrungskette.

Fent und sein Team untersuchen derzeit, ob die UV-Filter Fischen und anderen Wassertieren schaden. "Bei hormonaktiven Substanzen muss man erwarten, dass in den Geschlechtsorganen Veränderungen auftreten. Es kann sein, dass auch UV-Filter in diese Richtung wirken", sagt Fent.

Test
Für Kosmetikprodukte sind 30 UV-Filter zugelassen. Am besten untersucht und bewiesen ist die hormonaktive Wirkung des UV-Filters 4 Methylbenylidene-camphor, auch bekannt unter dem Kürzel 4-MBC.

Kassensturz und die Sendung A Bon Entendeur haben die meistverkauften Sonnencremes unter die Lupe genommen.

17 Sonnencremen hatten chemische UV-Filter. Von diesen 17 enthielten acht das nachweislich hormonaktive 4-MBC.

Die gute Nachricht: Viele Hersteller haben inzwischen Produkte entwickelt, bei denen sie keine chemischen Filter mehr einsetzen. Diese neuen Produkte schützen die Haut mit Mineralien.

Empfehlenswert sind zum Beispiel:
Weleda Edelweiss Sonnenmilch LSF 15
Sun Look Mineral LSF 30
Nivea Baby Sonnen-Crème Hypoallergenic LSF 30
Spirig MicroSun LSF 20
Pelsano sun Micro-Lotion Sensitive LSF 20
Le Roc Minesol Bébé Crème écran minéral LSF 40
Louis Widmer Kids Sonnencreme Mineralische Pigmente LSF 25
Avène Crème écran extrême LSF 50

Nivea-Hersteller Beiersdorf verzichtet seit zwei Jahren ganz auf den Einsatz des hormonaktiven Filters 4-MBC.

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