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08.10.2008

EU will Verbraucherrechte im Online-Handel stärken

Die EU-Kommission will mit verbesserten Verbraucherrechten die Kunden zum europaweiten Einkauf via Internet motivieren. Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva schlug in Brüssel einheitliche Standards zu Produktinformationen, Lieferfristen und Rückgaberecht vor.


Ziel sei es, die Verbraucher zum Einkauf in den Nachbarländern zu ermuntern und die Händler von der Bürokratie der national unterschiedlichen Vorgaben zu entlasten, heißt es in einer Aussendung.

"Enormes Geschäftspotential"
Derzeit würden schon 150 Millionen EU-Bürger im Internet einkaufen. Aber nur 30 Millionen nutzten die Angebote aus anderen EU-Ländern. 24 Milliarden Euro oder 800 Euro pro Kunde würden im Jahr umgesetzt. Dies verdeutliche das enorme Geschäftspotenzial des grenzübergreifenden Online-Handels, so die Argumentation der Kommissarin.

Bisher wenden sich nur 25 Prozent der Online-Händler europaweit an die Kunden. Mit einheitlichen Verbraucherrechten würden 50 Prozent den Schritt über die Grenze wagen, hofft die Kommission.

Die konkreten Pläne
Der Vorschlag werde den Verbrauchern, wo immer sie einkaufen in der EU, klare Informationen über Preise und Zusatzkosten vor dem Abschluss eines Vertrages garantieren, erklärte die Kommission. Ein Händler müsse dem Entwurf zufolge nach Abschluss des Vertrages die Ware innerhalb von 30 Tagen liefern und hafte bis zur Übergabe an den Kunden für Beschädigung oder Verlust. Dazu gab es bisher keine EU-weiten Vorgaben.

Die Frist für das Rückgaberecht soll auf 14 Kalendertage vereinheitlicht werden. Derzeit schreiben die Mitgliedsländer unterschiedliche Zeitspannen zwischen sieben und 15 Tagen vor.

Auch für die Kostenerstattung bei der Rückgabe eines Produktes oder die Reparatur soll es einheitliche Standards geben. Über die Richtlinie müssen sich die EU-Mitgliedsländer und das Europäische Parlament einigen.

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