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18.07.2009

Verbraucherbildung in der Schule

Verbraucherbildung in der Schule ist seit langem eine zentrale Forderung von Verbraucherschützern. Das Konsumentenschutzministerium hat nun gemeinsam mit der Schuldnerberatung Vorarlberg, der Schuldner-Hilfe Oberösterreich und dem Unterrichtsressort Materialien zur Verbraucherbildung in den Schulen entwickelt.

Mündiges Konsumverhalten
"Erst denken, dann kaufen" lautet das Motto der Materialien, die ab nun zur Verbraucherbildung in den Schulen zur Verfügung stehen. In sechs Themenschwerpunkten wie "Kommunikation und neue Technologien", oder "Lebensplanung und Lebenskosten" soll künftig in der achten und neunten Schulstufe mündiges Konsumverhalten unterrichtet werden, sagt Beate Blaschek, Leiterin der Abteilung Finanzdienstleistungen und Verbraucherbildung im Konsumentenschutzministerium:

"Das heißt, wir haben hier die Bereiche allgemeines Konsumentenrecht, also, ab wann kann ich einen gültigen Vertrag abschließen, wie ist das mit der Werbung, wie ist das mit falscher Preisauszeichnung. Und es sind dann auch noch andere Themen enthalten, wie zum Beispiel Mobilität, da geht es um das erste Moped, mit welchen Kosten muss ich rechnen."

Verbraucherbildung im Religionsunterricht
Weitere Themen sind etwa Einkaufen im Internet, Verträge über das Telefon, fremdes Geld und Schulden bis hin zu einfacheren Dingen wie das korrekte Ausfüllen eines Zahlscheins. Laut Beate Blaschek sei seitens der Konsumentenschutzsektion lange Zeit gehofft worden, dass Verbraucherbildung in einem eigenen Gegenstand unterrichtet wird. Daraus sei vorerst nichts geworden, daher habe man sich auf die Entwicklung eines Unterrichtsprinzips konzentriert, das in bestehende Fächer einfließen kann.

"Im Deutschunterricht, sehr häufig natürlich in Geografie und Wirtschaftskunde, manche Themen passen auch gut in den Religionsunterricht, manche in den Mathematikunterricht. Grundsätzlich ist aber bei jeder Unterrichtseinheit ein Hinweis darauf, welcher Gegenstand für dieses konkrete Thema geeignet ist", so Blaschek

Nächstes Ziel: die 11. Schulstufe
Die Materie ist in 16 Unterrichtseinheiten aufgeteilt, die Materialien füllen einen dicken A4-Aktenordner. Eineinhalb Jahre hat die Entwicklung gedauert und 240.000 Euro wurden dafür ausgegeben. Lehrer können die Unterrichtsmaterialien aus dem Internet herunterladen. Das Interesse am Thema sei durchaus vorhanden, sagt Abteilungsleiterin Blaschek: "Wir hatten innerhalb von drei Wochen 3.000 Zugriffe, ich glaube, das ist insgesamt ein ganz schönes Ergebnis."

Nächstes Ziel ist die Entwicklung von Verbraucherbildungs-Unterrichtsmaterialien für die 11. Schulstufe, und danach will man sich der Volksschule widmen. Warum nicht gleich bei den Kleinen angefangen wird? Man wollte alle Schüler erreichen, bevor sie die Schule verlassen, so Blaschek, daher der Fokus auf die achte Schulstufe. In der Volksschule sollten Themen wie Sparen oder Werbung außerdem bereits jetzt im Sachkundeunterricht behandelt werden – allerdings habe sich gezeigt, dass das Interesse seitens der Volksschulen an früheren Kampagnen des Ministeriums eher bescheiden war.

externen Link öffnenwww.verbraucherbildung.at

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