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31.08.2009

Abschied von der 100-Watt-Glühlampe

Mit 1. September wird die erste Stufe des Glühlampenverbotes wirksam. 100-Watt- Glühbirnen und Modelle mit mattem Glas dürfen in der EU nur noch abverkauft, aber nicht mehr produziert oder importiert werden. Das EU-Glühlampenverbot hat zu Hamsterkäufen geführt, die Konsumenten- und Umweltschützer in erster Linie auf mangelnde Information beim Verbraucher zurückführen.


Der Verein für Konsumenteninformation und die Stiftung Warentest haben umfangreiche Untersuchungen über Alternativen zur Glühlampe durchgeführt. Ihr Fazit: Gute Energiesparlampen bieten Verbrauchern entscheidende Vorteile. Sie sind langlebiger, erzeugen pro Watt viel mehr Helligkeit und senken die Stromkosten spürbar.

Stufenweiser Ausstieg
2009 werden 100 Watt Glühlampen und Modelle mit mattem Glas verboten. 2010 sind die Glühbirnen mit 75 Watt Leistung an der Reihe, 2011 dann die 60-Watt-Lampen, ab September 2012 Standard-Glühlampen mit einer Leistung von mehr als zehn Watt. Von 2016 an ist dann auch ein Großteil der Halogenlampen betroffen.

Stromfresser
Herkömmliche Glühbirnen wandeln nach Einschätzung von Experten nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um, der Rest wird als Wärme in den Raum abgegeben.

Mit der Glühlampen-Verordnung werden keine Lampenarten verboten, sondern Anforderungen an Effizienz und Tauglichkeit aufgestellt. Da herkömmliche Lampen diesen Anforderungen nicht entsprechen, müssen sie schrittweise vom Markt genommen werden.

Begriff "Energiesparlampe"
Der Begriff "Energiesparlampe" ist noch nicht gesetzlich definiert. Er wird heute sowohl für Kompaktleuchtstofflampen, als auch effiziente Halogenlampen und LED-Lampen verwendet. Ab dem 1. September 2010 dürfen dann per Verordnung nur noch jene Lampen als Energiesparlampen bezeichnet werden, deren Leistung um mindestens 75 Prozent niedriger ist als die einer normalen Glühbirne.

Das können Kompaktleuchtstofflampen sein, aber auch LED- oder Niedrigvolt-Halogenlampen.

Lebensdauer
Die Lebensdauer von Energiesparlampen variiert je nach Qualität und Preis nach Expertenschätzungen zwischen 1500 und 15 000 Stunden. Ein häufiges Ein- und Ausschalten kann die Lebensdauer beeinträchtigen. Es gibt auch widerstandsfähigere Modelle, nach denen man sich beim Kauf erkundigen sollte.

Sparpotential
Zwar werden in durchschnittlichen Haushalten nur rund sieben Prozent des Stromverbrauchs zur Lichterzeugung verwendet, aber das Sparpotential ist dennoch beachtlich.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes wandeln Energiesparlampen etwa 25 Prozent der Energie in Licht um und haben damit eine erheblich höhere Ausbeute als herkömmliche Glühbirnen. Das Einsparvolumen beim Strom wird auf 80 Prozent geschätzt.

Nach einer Beispielrechnung des deutschen Umweltbundesamtes sinken die Stromkosten bei 10 000 Betriebsstunden zwischen 49 und 177 Euro, wenn eine alte Glühbirne gegen eine gleich helle und hochwertige Energiesparlampe ausgetauscht wird.

Eine sparsame Lampe leuchtet bis zu 20.000 Stunden, eine Glühbirne hält in der Regel nur circa 1000 Stunden. So können sich die Kosten über ein Jahr verteilt trotz höherer Anschaffungspreise um drei Viertel reduzieren.


Die EU-Kommission argumentiert außerdem, dass durch das Glühbirnen-Verbot der CO2-Ausstoß in den Staaten pro Jahr um 15 Millionen Tonnen vermindert wird.

Gesundheitsgefahr
Die von den Energiesparlampen abgegebenen UV-Strahlen und die elektromagnetischen Felder haben sich in verschiedenen Tests als unbedenklich erwiesen.

Eine durchschnittliche Leuchtstofflamoe enthält rund fünf Milligramm Quecksilber. So lange es in der Lampe bleibt, ist das Quecksilber ungefährlich und es gelangt, bei korrekter Entsorgung auch nicht in die Umwelt.

Andererseits verursachen die Glühbirnen durch ihren viel höheren Stromverbrauch Quecksilberemissionen, die via Kraftwerkschornstein in die Luft gelangen, sagt die Stiftung Warentest. Die Quecksilber-Belastung sei unterm Strich daher ein weiteres Argument für stromsparende Lampen.

Wenn die Leuchtstofflampe zerbricht
Wenn die Leuchtstofflampe zerbricht, sollte auf keinen Fall der Staubsauger benutzt werden, da sich so das giftige Schwermetall weiter im Zimmer verbreitet.

Wissenschaftler empfehlen, den Raum sofort 20 bis 30 Minuten zu lüften und die Scherben mit einem feuchtem Papier aufwischen. Die Quecksilber-Reste müssen dann in einem Glas luftdicht verschlossen zur nächsten Schadstoffstelle gebracht werden.

Alte Leuchtstofflampen dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden. Sie sind entweder über den Händler oder spezielle Sammelstellen zu entsorgen.

Der richtige Glühlampenersatz
Um eine Glühbirne mit 100 Watt zu ersetzen, sollte die Leuchtstofflampe 22 Watt haben. Sieben bis acht Watt entsprechen einer 40 Watt-Glühlampe, elf Watt einer 60-Watt-Glühlampe.Ganz so hell und warm wie die gute alte Glühbirne strahlen die umweltfreundlichen Lampen nicht.

Es ist nicht einfach, die optimale Energiesparleuchte zu finden, sagt Achim Horn, Energieexperte der Verbraucherzentrale Hessen. Dass viele vom Licht der effizienten Lampen zuerst enttäuscht seien, hänge aber zu einem großen Teil auch von der Gewohnheit ab.

Für einen hellen Raum sollte die "Farbwiedergabetemperatur" etwa 6000 Kelvin betragen. Für "kuschelige Atmosphäre" empfiehlt der Experte 2700 Kelvin. In der Regel sind diese Zahlen auf der Verpackung zu finden.

Im Handel werden mittlerweile unterschiedliche Lichtfarben angeboten – von warmweiß bis tageslichtweiß.

Vor grauem, flackerndem Licht müsse man keine Angst haben. Hochwertige Leuchtstofflampen sind inzwischen so gut entwickelt, dass sie nicht mehr flackern, sagt Horn.

Helligkeit
Ab 2010 muss auf den Verpackungen auch die Lichtausbeute in "Lumen" angegeben sein. Damit lässt sich wesentlich leichter als mit der Wattzahl abschätzen, wie hell die Energiesparlampe im Vergleich zu einer herkömmlichen Glühbirne ist.

Die Helligkeit einer 100-Watt-Glühbirne entspricht 1340 Lumen. Da es bisher die Hersteller - laut Stiftung Warentest - bei den Wattangaben nicht so genau genommen haben, haben sich Verbraucher oft über das trübe Licht geärgert.

Dimmen weiter möglich
Um eine Leuchtstofflampe zu dimmen, ist eine komplizierte - und teure - Vorschaltung nötig. Besser eignen sich LED- oder Halogenlampen zum Dimmen, die es inzwischen auch in Glühbirnenform gibt.

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